was habe ich heute gelernt? der prozess der wende, der deutschen einheit, der in den geschichtsbüchern etwa ein jahr (von november 89 bis oktober 90) und in der realen welt immer noch andauert, wird auch von unserer regierung auf das ereignis mauerfall zugespitzt und verkürzt. und ist am brandenburger tor eigentlich nur ein gegebener anlass, den bei den deutschen auf beiden seiten so beliebte weihnachtsmarkt vorzuverlegen. denn außer aneinandergereiten dominosteinen gab es nur noch aneinandergereite glühwurm- und bratwurststände zu besichtigen. von auseinandersetzung mit der ddr und der heutigen lebenswelt leider keine spur. alles nur zauber für touristen?
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fanmeile mauerfall
Veröffentlicht 9. November. 2009 Nicht kategorisiert 1 KommentarTags: berlin, brandenburger tor, ddr, deutschland, geschichte, mauerfall, politik, touristen
wedding ‘89
Veröffentlicht 19. Oktober. 2009 Nicht kategorisiert 3 KommentareTags: berlin, ddr, geschichte, prenzlberg, wedding
jetzt wo’s draußen wieder kälter wird, möchte ich mich manchmal vor den kamin des 2o. jahrhunderts (= glotze. kamin des 21. jahrhunderts = computer) zurückziehen. doch ich stelle fest, es gibt nur noch drei sendungen: ordnungshüter-tv, mauerfall und tatort.
bei ersterem kriege ich schlimme schmerzen, mit drittem bin ich nicht sozialisiert worden – interessiert mich also nicht. deshalb musste ich verdammt viel mauerfall gucken in letzter zeit. leider laufen nur die immer gleichen bilder von der massendemo am 04.november (40er jahrestag der ddr), der pressekonferenz mit schabowski, und den ossis (sic! aber klingt geiler),die am 09.november nachts über die bornholmer brücke in den westen drängen. da stehen se dichtgerdrängt und erzählen den grenzern, sie wolllten nur mal rüber, gucken, und würden doch auch wieder zurück kommen.
ich frage mich, was haben diese leute wohl gedacht, als sie damals dann das erste mal im westen waren? der westen, den sie hinter der bornholmer brücke fanden, war ja nicht der kudamm oder schniekes charlottenburg. stattdessen war es der dreckige wedding, arbeiter- und einwandererviertel, oll und heruntergekommen – viel anders als drüben im prenzlberg sah es auf den ersten blick deshalb bestimmt nicht aus, stelle ich mir vor.
schade, dass es keine kameraaufnahmen von der anderen seite der mauer in dieser nacht gibt. falls doch, schade das im tv immer nur die gleichen szenen zu sehen sind. ich hätte gern einmal erfahren wie ihn der ddr-bürger so empfand, den wedding ‘89.
schufa, was geht?
Veröffentlicht 1. September. 2009 Nicht kategorisiert 3 KommentareTags: berlin, geld, hausverwaltung, kapitalismus, papierkram, prenzlberg, schlechter service, schufa, wohnung
momentan bin ich auf wohnungssuche. erst musste ich mir ein paar verranzte buden ansehen, die von den vermietern in den anzeigen ziemlich frech als ganz gut beschrieben waren (kein vermieter würde freilich in eine wohnung mit schimmel in der küche einziehen, aber ein dummer, der einzieht findet sich immer). dann hatte ich doch tatsächlich mal das glück, eine gute zu erwischen (ein extra eintrag zu meiner neuen bad-flat-theorie folgt). leider kann man sich heutzutage nicht mehr einfach nur bei der hausverwaltung vorstellen, stattdessen wollen die gleich erstmal mehrere papiere von einem haben. standard sind inzwischen:
- die letzten drei einkommensnachweise
- eine aktuelle mietschuldenfreiheit
- eine aktuelle schufa-auskunft
die ersten beiden dienen dazu, zu beweisen dass ich
1) in den letzten drei monaten geld verdient habe (oder seit mindestens drei monaten einen job habe)
und
2) das sauer verdiente geld auch wirklich dafür genutzt habe, die miete zu bezahlen.
Ich finde allein diese anforderungen schon „doppelt gemoppelt“, wie man so schön sagt. denn eigentlich würde eine mietschuldenfreiheit mehr als ausreichend sein. aber der vermieter will ja nicht nur wissen, dass ich bis jetzt meine miete immer gezahlt habe, der einkommensnachweis dient ihm sozusagen als bestätigung dafür, dass ich auch in zukunft das geld aufbringen kann. ob ich nicht morgen betriebsbedingt gekündigt werde, das werde ich ihm allerdings niemals garantieren können, also sind die einkommensnachweise meines erachtens hinfällig. und statt einer mietschuldenfreiheit müsstens doch eigentlich auch drei kontoauszüge tun, oder?
aber das nervigste kommt noch: die aktuelle schufa-auskunft. die kostet nämlich geld: 7,80 € kostet die sogenannte „schufa-verbraucherauskunft“, die einem per post zugeschickt wird.
auf der webseite der schufa habe ich allerdings noch von einem anderen angebot gelesen: für 15,60 € kann man sich bei der schufa online registrieren lassen und hat dann unbegrenzten zugriff auf seine eigenen daten. soll heißen ich kann auch mal gucken, was die schufa noch so alles über mich weiß, in der „schufa-verbraucherauskunft“ sind ja nicht alle daten aufgelistet, es steht im prinzip nur drin ob man schulden hat oder nicht. eine verbraucherauskunft in papierform kostet für ein registriertes mitglied etwas weniger (ich glaube es waren so 3,60 €, den genaues preis kann ich jetzt gerade auf der webseite nicht finden. wenn man auf der übersichtsseite „meine schufa“ auf „weitere informationen“ klickt, landet man wo? – immer wieder auf der übersichtsseite.). ich dachte mir, das würde sich für mich lohnen, vielleicht brauche ich ja öfter mal so eine verbraucherauskunft, denn
- wer weiß, ob die hausverwaltung nicht wert darauf legt, das ding im original zu behalten
- wer weiß, ob sich auch diese wohnung nicht als mist herausstellt, oder ich aus einem anderen grund (beruf, familie – es gebe genügend) nicht bald wieder umziehen muss
- wer weiß, für welchen scheiß sich noch leute demnächst ausdenken, dass ohne schufa-auskunft nichts läuft.
als netzaffiner mensch ist man ja mit den üblichen registrierungsprozessen bekannt: nix eingeben wo kein sternchen davor steht (was also nicht zwingend notwendig ist, niemand braucht drei telefonnummern unter denen ich zu erreichen bin), aufpassen, das nicht automatisch häkchen gesetzt werden bei „ich abonniere euren täglich newsletter“ oder „ich stimme der weitergabe meiner daten an dritte zu“, usw.
so dachte ich, kann esalso los gehen, denn auf der übersichtsseite steht:
„Wie kaum ein anderes Unternehmen legt die SCHUFA Ihnen in kürzester Zeit sämtliche Daten offen“
denkste. am letzten donnerstag habe ich mit der hausverwaltung telefoniert, da wurde mir mitgeteilt, dass sie unter anderem eine schufa-auskunft bräuchten, wenn ich mich für die wohnung bewerben will. sofort nach dem telefonat bin ich auf meineschufa.de gegangen um diese auskunft zu beantragen. nachdem ich mich über das oben beschriebene angebot mit der registrierung informiert und mich dafür entschlossen hatte, gab ich all meine daten ein. und dann kam folgendes:
ich bekam eine email mit unter anderem diesem inhalt:
„Aus Sicherheitsgründen setzen wir das Postident-Verfahren ein, um zu vermeiden, dass sich jemand unberechtigt unter Ihrem Namen anmelden kann.
Ihren Zugang zu www.meineSCHUFA.de können wir erst dann freischalten, wenn Sie sich persönlich über Postident in einer Postfiliale identifiziert haben. Wir werden Sie sofort per E-Mail informieren, sobald Ihr Zugang freigeschaltet wurde.“
zugeschickt wurde mir ein pdf mit meinem namen und geburtsdatum und einem barcode, mit diesem und meinem ausweis sollte ich mich persönlich bei der post identifizieren lassen. das hat mich angestunken, weil ich grippe hatte und nicht fit genug war, da hin zu latschen. außerdem habe ich erst ein paar wenige wochen vorher erfahren, dass die post auch nicht mehr das ist was sie mal war. ich soll mich also von einer verkäuferin im schreibwaren-geschäft beglaubigen lassen. sorry, aber großes vertrauen hege ich in ein solches verfahren zur bestätigung meiner identität nicht. werden denn die mitarbeiter dafür geschult?
am freitag schleppte ich mich also zur nächsten „postfiliale“ und ließ mir meine identität bestätigen. wie es danach weiter gehen sollte, wie lange es dauern würde bis ich post von der schufa bekommen würde, ob ich mich jetzt direkt schon da anmelden können würde, als das konnte man mir am schalter dann auch tatsächlich nicht sagen. Ich ging nach hause und probierte es aus – es ging nichts.
„Ihren Zugang zu www.meineSCHUFA.de können wir erst dann freischalten, wenn Sie sich persönlich über Postident in einer Postfiliale identifiziert haben. Wir werden Sie sofort per E-Mail informieren, sobald Ihr Zugang freigeschaltet wurde.“
ach richtig, so lief das. heute, vier tage später (es ist dienstag), kam die email, mit der mir bestätigt wurde, das meine identität bestätigt wurde. prima dachte ich, jetzt kann ich endlich die verbraucherauskunft beantragen, die ich schon seit donnerstag haben will. ich versuchte, mich mit meinem benutzernamen und passwort einzulogen. ich kam nicht viel weiter als sonst. jetzt hänge ich an der nächsten seite fest, auf der ich meine „Zugangskoordinaten“ und meinen „Zugangscode“ eingeben soll, die ich auf meiner „persönliche(n) SCHUFA-XSCard“ finde, welche mir per post zugeschickt wird.
auf den brief warte ich noch. heute kam er nicht. vielleicht ja morgen. morgen ist mittwoch. dann ist es fast eine woche her, das ich mit der hausverwaltung wegen der bewerbung gesprochen habe. dann wollte ich spätestens meine unterlagen dort vorbeigebracht haben, weil ich danach für ein paar tage wegfahre. man kann nicht behaupten, ich hätte meine abwesenheit nicht einplant und mich nicht rechtzeitig um alles gekümmert. ich dachte, eine ganze woche würde reichen, um den papierkram zu erledigen.
den papierkram zu erledigen für eine wohnung, von der doch noch nicht mal sicher ist, ob ich sie kriege. sie liegt ja nur im prenzlberg, wo die leute sich erfahrungsgemäß um wohnungen reißen, und wo der vermieter sicherlich nicht extra für mich zwei wochen länger auf die papiere wartet.
warten heißt es jedoch weiterhin für mich. warten, bis der brief von der schufa kommt, der meine blöde karte enthält, mit der ich mich anmelden kann. nachdem ich das getan habe, muss ich dann die verbraucherauskunft bestellen, dann warten, bis meine bestellung bearbeitet wird, dann warten dass die auskunft mir per post zugeschickt wird. klingt für mich so, als dauert das ganze noch mindestens eine weitere woche.
also schufa, was ist mit der kürzesten Zeit, in der mir alles offengelegt wird? geht das nicht vielleicht noch ein bißchen schneller. es ist ja auch nicht so, dass ihr eine lahmarschige behörde seit, der die nöte und sorgen des einfachen bürgers am arsch vorbeigeht. tatsächlich seit ihr ein privatwirtschaftliches unternehmen, das dienstleistungen für kunden anbietet. und ich ZAHLE für diese dienstleistung sogar!
ich kann nur allen raten, die sich mit dem gedanken an einen umzug tragen, fangt schon mal an die schufa-auskunft zu beantragen. ihr braucht sie auf jeden fall (die hausverwaltungen machens nicht mehr ohne), und es kostet zeit und nerven. ich bin stinksauer!
berlin, deine touristen
Veröffentlicht 28. August. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: berlin, fawlty towers, flight of the conchords, frankreich, john cleese, monthy python, schlechtes benehmen, touristen
berlin, deine touristen…
die franzosen sollen ja sehr eingebildet sein, was ihre sprache angeht. sie halten das französische für wunderschön, und wer sich nicht wenigstens ein bißchen mühe gibt, es zu sprechen, bei dem gibt sich der franzose auch keine mühe mit der freundlichkeit.
wer würde es sich da trauen, in frankreich vorbei zu schauen, ohne die obligatorische erste lektion „parlez-vous francais?“ gelernt zu haben? damit kann man andere leute im hotelflur grüßen, beim ober eine bouilliabaisse bestellen und zu den postkarten gleich die richtigen briefmarken dazu kaufen.
das neuseeländische comedy-duo flight of the conchords zeigt, wie viel lebenslust (nicht savoir-vivre) man mit ein paar grundbegriffen noch so haben kann:
ou est la livre? a la bibliotheque.
et le musique dance? a la discotheque..
na mal ehrlich, schwer zu verstehen war das nicht, oder?
ein paar einfache sätze als vorbereitung auf ein urlaubsziel gegen ein herzliches willkommen heißen – eigentlich ein simpler deal, oder?
doch was in frankreich gang und gebe ist, gilt leider nicht bei uns. von wegen be berlin- die stadt soll freundlich sein, das sollte auch für die touristen gelten. und dazu gehört zum beispiel der anstand, wenigstens hallo, danke und bitte sagen zu können in der sprache des landes, in das man reist. stattdessen muss ich leider oft beobachten, wie englische muttersprachler fast schon wie selbstverständlich davon ausgehen, dass man alles versteht was sie plappern, während südländer offensichtlich glauben, sie müssten nur einfach laut genug schreien, dann versteht man ihre sprache plötzlich schon.
zu persönlich darf man das ganze wohl aber nicht nehmen, denn neu ist das nicht.
schon in den siebzigern machte fawlty towers, die geniale britische serie von monthy pythons john cleese, aus der rüden art der spanier keinen hehl. hier ist es der kellner manuel, dessen unfähigkeit, auch während einem längeren aufenthalt in england mehr als rudimentäre sprachkenntnisse zu erwerben, mehr als einmal mit schlägen bestraft oder mit dem satz „he’s from barcelona“ abgetan wird. wir lernen: kein spanier ohne „que?“
ich sehe was was du nicht siehst
Veröffentlicht 28. August. 2009 bescheuerte begründungen 2 KommentareTags: berlin, draußen, kinder, tegel, zensursula
aus der kategorie „bescheuerte begründungen“:
„Genauso wie er „Extremisten“ vom Bad fernhalten wolle, möchte er auch keine Pädophilen als Gäste begrüßen – deswegen verbiete er, dass Kinder nackt herumliefen.“
was will uns der gute mann damit sagen? wer was gegen nazis hat, der missbraucht auch kleine kinder?
update: man könnte auch sagen: wahnsinn, der mann hats raus! das ursula von der leyen da nicht drauf gekommen ist…
wer möchte mitzählen, auf viele andere art und weisen diese aussage noch falsch ist?
fenster zu und kissen übern kopp
Veröffentlicht 15. August. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: berlin, draußen, kreuzberg, schlafen, touristen
ich wohne zwar nicht an der admiralbrücke, aber auch so finde ich in diesem video so ziemlich alle gruppen, die mir in berlin täglich auf die nerven gehen.
http://www.spiegel.de/video/video-1015622.html
„das ich mir von irgendwelchen kids und von irgendwelchen touris, die ihr zuhause ganz woanders haben, sagen lassen muss, dass ich hier verschwinden soll, damit sie in ruhe ihren suff und ihre party feiern können, das finde ich respektlos.“
dem stimme ich voll und ganz zu!
fäschn wiek
Veröffentlicht 5. Juli. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: berlin, eltern, mode, prominente
am freitag habe ich folgendes mitanhören und -sehen müssen: ein junges mädchen, etwa 14-15 jahre alt, neben ihr eine freundin, telefoniert mit dem handy:
ach ja, mutti, es ist fashion week. ich sagte faaaashion week!
also, wir haben toootaaal viele topmodels gesehen. und wir haben gaaanz viele fotos gemacht. also, da waren zwei von den topmodels, mit denen haben wir fotos gemacht, und dann diese regina, also regina hall…hall…hallmich, mit der haben wir fotos gemacht, und dann noch diese jenny …äh..jenny äh elbers oder so, die haben wir auch gesehen, die hat zu uns gesagt beim fotografieren, ihr schwitzt aber ganz schön, und ich hab zu der gesagt, du aber auch…
schon klar, mädels. wozu fotos von c-promis machen, wenn ihr noch nichtmal deren namen wisst. und danach denen gleich noch dumm kommt, und der eigenen mutter auch. eure mutter weiß nicht, was die fashion week ist? ihr wisst nicht, wer jenny elvers-elbertzhagen ist. ihr macht euch eigentlich unbekannte promis dumm an, und dann träumt ihr davon, selber berühmt zu werden. wenn es euch gelingt, habt ihr dann auch mit solchen dummen mädels zu tun? was besseres habt ihr wohl nicht verdient?
eingemauert
Veröffentlicht 30. Juni. 2009 Nicht kategorisiert 3 KommentareTags: berlin, ddr, deutschland, draußen, geschichte, politik, youtube
auf netzpolitik.org fand ich dieses hammer-geile video der deutschen welle, dass in zehn minuten mit tollen animationen den aufbau der innerdeutschen mauer erklärt.
in deutsch:
und in englisch:
absolut sehenswert!
kleine blogschau
Veröffentlicht 29. Juni. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: berlin, ddr, gesine schwan, hartz vier, internet, johnny häusler, liverpool, motor.fm, popkomm, the farm, tim renner, universal, zensursula
normalerweise mag ichs ja nicht, wenn blogs nur auf andere sachen verlinken ohne selber irgendwelchen inhalt dazu zu bieten. aber heute mache ich selber mal eine kleine blogschau, weil so ein tag war, an dem ich lauter interessante sachen gelesen habe.
den anfang macht diese kolumne von tim renner, ex universal vorstandsvorsitzender und jetzt chef von motor.fm, berliner radiosender.
ihr findet darin: renners einschätzung von sinn und zweck der popkomm, eine direkte abrechnung mit dem porporz der musikindustrie, eine indirekte aufforderung zu mehr anarchie im musikgeschäft, eine meines erachtens zu schwammige beschreibung seines entwurfes für ein gegenkonzept zur popkomm namens all together now und ein hässliches foto von dieter gorny. all together now ist übrigens ein song der liverpooler band the farm, und als solcher eine berüchtigte englische fussballhymne.
in seinem spreeblick-universum macht sich johnny häusler, anscheinend die ereignisse rund um zensursula resümierend, gedanken über die freiheit der information im internet und im allgemeinen.
ihr findet darin: illustre/illustrierende beispiele für den fragwürdigen oder besonderen umgang mit sensiblen fotos, eine denkanregung zum graustufen zwischen scharz und weiß erkennen und ein foto, das man getrost einer berliner ethik-klasse (also allen, haha) als klausurfrage vorlegen kann.
in der taz kann man heute ein interview mit einer berliner sozialarbeiterin lesen, die seit 20 jahren prostituierte berät und betreut.
ihr findet darin: konkrete antworten zu fragen wie hartz vier für prostituierte, eine genauw zahl, wie viele der frauen sich freiwillig prostituieren und kein foto mit nackten titten drauf.
da ich nicht zu den tazlern gehöre, geb ichs zu: ich kam darauf über den mädchenblog.
auf der webseite von gesine schwan, die ihre für anderswo geschriebenen texte auch auf ihre seite stellt (hat wahrscheinlich keinen total-buyout-vertrag mit den zeitungsverlagen), gibt es einen text aus der zeit, der sich mit der debatte um den unrechtsstaat ddr auseinandersetzt.
ihr findet darin: sag ich nicht, lest selbst, ist sehr interessant. was ein total-buyout-vertrag ist, erklär ich das nächste mal, falls mich wer drum bittet, ja?!
und zum schluß, wie bei einer echten tageszeitung, ein comic. ihr findet darin: ein beispiel dafür, wie etwas (jetzt gerade) total aktuell wirken kann, obwohl es gar keinen bezug auf ein konkretes ereignis nimmt, eine kritische auseinandersetzung mit „wir unterbrechen unser programm für eine aktuelle live-berichtersattung aus besonderem anlass“-tv-journalismus und von mir den hinweis: man nennt so etwas „pseudo-ereignis“.
und nun die lotto-vorhersage für morgen, den 30.06.2009…
fete de la … ?
Veröffentlicht 23. Juni. 2009 Nicht kategorisiert 2 KommentareTags: berlin, draußen, element of crime, eltern, kinder, kreuzberg, musik, prenzlberg, rauchen
leider fällt mir kein passendes wortspiel ein, obwohl die fete de la musique jetzt schon zwei tage her ist und ich genügend zeit zum überlegen hatte. fete de la mütter würde vielleicht meine erlebnisse gut zusammen fassen, auch fete de la gedränge wäre okay, aber so richtig knackig sind die beide nicht.
ich war zur diesjährigen fete jedenfalls im prenzlberg unterwegs, und meine eindrücke kann und möchte ich eigentlich nur mal schnell zusammen fassen. kollwitzplatz: alles voller mütter, kein durchkommen, nur gedränge. später gesellten sich ein paar alte element of crime fans dazu, die sich von der mütter-masse abhoben, obwohl sie soo besonders gar nicht aussahen. aber ich habe einfach jeden ohne kinderwagen pauschal verdächtigt, extra aus kreuzberg angereist zu sein.
vom element of crime konzert habe ich leider fast nichts mitbekommen. ich muss hier mal die veranstalter kritisieren, das war echt scheiße organisiert. die bühne war an einer straßenkreuzung aufgebaut, die viel zu klein für die masse an publikum war. es gab keinen punkt auf der kreuzung, an dem man in ruhe stehen und zuhören konnte, weil sich permanent leute an einem vorbeischoben, die entweder ein besseres plätzchen suchten oder genug von dem mist hatten. außerdem war die bühne nur von der mitte der kreuzung einsehbar, wer an einer der beiden seitlich hinführenden straßen stand, sah nichts. und hörte auch nicht viel, denn die akustik war bescheiden. also: nichts gehört, nichts gesehen, ständig angerempelt worden, um einen herum kampfeltern mit kindern – so viele, dass es mir sogar unangenehm war, eine rauchen zu wollen – wohlgemerkt unter freiem himmel. ich hatte das gefühl, sofort kommen drei mütter und wollen mit gewissensberuhigender bio-limo löschen.
ich habe das nich mal zwei lieder lang ausgehalten, dann bin ich nach hause gegangen.
später am abend, kurz vorm alles beendeten wolkenbruch, war ich noch kurz im mauerpark, den rest der fete de la musique habe ich im fernsehen und durch berichte von bekannten mitbekommen. ums mal neudeutsch und politisch auszudrücken, ich hatte das gefühl, berlin gentrifiziert sich bei der fete selbst. kindermusik am kollwitzplatz, techno im mauerpark und punk und ska in kreuzberg. und dazu das dementsprechende publikum: mütter, kids, punks. daraus, mal was anderes zu sehen und neue musik zu entdecken, ist nicht viel geworden, für mich jedenfalls nicht.
aber da ichs mir aussuchen kann, nächstes jahr gehe ich wieder nach kreuzberg!
ekel-liste update
Veröffentlicht 13. Mai. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: berlin, ekel-liste, essen, internet
die ekel-liste pankower restaurants wurde mit fotos geupdatet. das wollt ihr nicht sehen, klickt es aber bestimmt trotzdem an
raumschiff berlin
Veröffentlicht 1. April. 2009 Nicht kategorisiert 1 KommentarTags: berlin, draußen, ekel-liste, friedrichshain, kreuzberg, mitte, musikvideo, nahverkehr, schöneberg, the rakes, touristen
spent the night in friedrichshain
trat als erstes in hundescheiße rein
noch ein berlin lied. das video wurde überall gedreht, außer in friedrichshain..
derweil im berlin-raumschiff:
berlin-enthusiasten overload.
touristenzahl erreicht kritische masse.
…muss abschrecken! starte: alkoholverbot in der innenstadt. ticketpreiseupgrade. ekel-restaurants.
…hilft nicht! verdammt, was nun?
mauerpark irreparabel geschädigt.
leck im kreuzberg 36.
…muss dagegen ankämpfen! starte: brennende nobelkarren in kreuzberg. gefährliche no-go-bezirke. nächtliche übergriffe auf busfahrer und lesben.
die maßnahmen habe keinen erfolg.
mitte ist vollkommen von touristen zerstört.
schöneberg verliert kiez-flüssigkeit.
… es ist aussichtslos. was soll ich noch tun?
oh nein, was ist das?
warnung! warnung!
ich werde von einem riesigen großflughafen und einer o2-arena angegriffen! hiiiiiilfe!
selbstzerstörung eingeleitet.
raumschiff berlin explodiert in 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 …
und dann bin ich aufgewacht. gott sei dank nur ein alptraum. heute aber bleibe ich vorsichtshalber mal lieber zu hause…
ekel-restaurants
Veröffentlicht 3. März. 2009 Nicht kategorisiert 4 KommentareTags: berlin, draußen, ekel-liste, essen, pankow
in berlin wurde im stadtteil pankow ein neues projekt durchgeführt: lebensmitteltester waren in restaurants und imbissen unterwegs, eigentlich nichts neues. das besondere ist: die ergebnisse kann man sich im internet angucken. die negativliste (pdf) liest sich wie ein gruselkabinett. in zwei der besonders abstoßenden restaurants auf der liste war ich sogar schon. ich beruhige mich damit, dass ich dem einen schon seit mehreren jahren keinen besuch abgestattet hatte, weil die qualität nachgelassen hatte, und beim zweiten beim essen sofort ein ungutes gefühl hatte. aber ob man sich immer drauf verlassen kann?
ich finde die liste super, ich hoffe sie wird regelmäßig aktualisiert. das signal der positivliste freut mich irgendwie auch: wenigstens essen die, die sichs nicht aussuchen können (bewohner im altersheim) gut!
update: hier gibts n video!
zitty neujahr 1970
Veröffentlicht 15. November. 2008 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: berlin, internet, technik
was ist los bei der zitty? ich will jetzt wissen, wo ich neujahr 1970 hätte feiern gehen können!
abkürzungen
Veröffentlicht 30. Juli. 2008 Nicht kategorisiert 2 KommentareTags: berlin, bundesverfassungsgericht, draußen, nahverkehr
und weil wir grad über karlsruhe gelesen haben, hier noch ein hinweis an unsere journalisten von auswärts: die abkürzung von bundesverfassungsgericht lautet BVerfG. ich benutze ausnahmsweise mal großbuchstaben, damit das klar wird. mit der abkürzung bvg bringt ihr die berliner nur zum schmunzeln. hier ist die bvg die berliner verkehrsgesellschaft und damit gängiger ausdruck für den täglichen wahnsinn on the road.
