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jimmy choo fashion wahnsinn

ja herr choo,

jetzt weiß ich auch warum sie ein so berühmter designer sind (von dem ich echt vorher noch nie was gehört hatte): high fashion designer entwerfen ja hauptsächlich untragbare sachen die kein mensch braucht. untragbar bedeutet in ihrem fall aber nicht nur, dass vorne ne brustwarze rauslugt und es in der mitte zwickt und zwackt bei menschen, wo sich die haut nicht eng an die beckenknochen schmiegt. untragbar bedeutet auch, dass sie schuhe für 129 € verkaufen, was für designerschuhe natürlich wahnsinnig billig ist, aber dennoch etwa dem entspricht, was manche menschen meinen, wieviel arbeitslose im monat zum leben brauchen. schuhe also, die man nichts desto trotz im wahrsten sinne des wortes nicht tragen kann – wenigstens nicht ohne vorher den in limitierter auflage hergestellten schuh mit sammlerwert kaputt zu machen indem man ihn seiner sohle entreißt, um ihn dann mit einer billigen plastesohle zu entwürdigen. das macht natürlich keiner, der weiß das solche stücke gekauft werden, um sie zu erhalten, und so wird wohl kaum einer dieser schuhe jemals das pflaster küssen. und schuhe, die man nicht tragen kann, dass sind dinge, die die welt nicht braucht.

choo wahnsinn

dinge die die welt nicht braucht I: choo schuhe

 

kleine blogschau

normalerweise mag ichs ja nicht, wenn blogs nur auf andere sachen verlinken ohne selber irgendwelchen inhalt dazu zu bieten. aber heute mache ich selber mal eine kleine blogschau, weil so ein tag war, an dem ich lauter interessante sachen gelesen habe.

den anfang macht diese kolumne von tim renner, ex universal vorstandsvorsitzender und jetzt chef von motor.fm, berliner radiosender.

ihr findet darin: renners einschätzung von sinn und zweck der popkomm, eine direkte abrechnung mit dem porporz der musikindustrie, eine indirekte aufforderung zu mehr anarchie im musikgeschäft, eine meines erachtens zu schwammige beschreibung seines entwurfes für ein gegenkonzept zur popkomm namens all together now und ein hässliches foto von dieter gorny. all together now ist übrigens ein song der liverpooler band the farm, und als solcher eine berüchtigte englische fussballhymne.

in seinem spreeblick-universum macht sich johnny häusler, anscheinend die ereignisse rund um zensursula resümierend, gedanken über die freiheit der information im internet und im allgemeinen.

ihr findet darin: illustre/illustrierende beispiele für den fragwürdigen oder besonderen umgang mit sensiblen fotos, eine denkanregung zum graustufen zwischen scharz und weiß erkennen und ein foto, das man getrost einer berliner ethik-klasse (also allen, haha) als klausurfrage vorlegen kann.

in der taz kann man heute ein interview mit einer berliner sozialarbeiterin lesen, die seit 20 jahren prostituierte berät und betreut.

ihr findet darin: konkrete antworten zu fragen wie hartz vier für prostituierte, eine genauw zahl, wie viele der frauen sich freiwillig prostituieren und kein foto mit nackten titten drauf.

da ich nicht zu den tazlern gehöre, geb ichs zu: ich kam darauf über den mädchenblog.

auf der webseite von gesine schwan, die ihre für anderswo geschriebenen texte auch auf ihre seite stellt (hat wahrscheinlich keinen total-buyout-vertrag mit den zeitungsverlagen), gibt es einen text aus der zeit, der sich mit der debatte um den unrechtsstaat ddr auseinandersetzt.

ihr findet darin: sag ich nicht, lest selbst, ist sehr interessant. was ein total-buyout-vertrag ist, erklär ich das nächste mal, falls mich wer drum bittet, ja?!

und zum schluß, wie bei einer echten tageszeitung, ein comic. ihr findet darin: ein beispiel dafür, wie etwas (jetzt gerade) total aktuell wirken kann, obwohl es gar keinen bezug auf ein konkretes ereignis nimmt, eine kritische auseinandersetzung mit „wir unterbrechen unser programm für eine aktuelle live-berichtersattung aus besonderem anlass“-tv-journalismus und von mir den hinweis: man nennt so etwas „pseudo-ereignis“.

und nun die lotto-vorhersage für morgen, den 30.06.2009…