was habe ich heute gelernt? der prozess der wende, der deutschen einheit, der in den geschichtsbüchern etwa ein jahr (von november 89 bis oktober 90) und in der realen welt immer noch andauert, wird auch von unserer regierung auf das ereignis mauerfall zugespitzt und verkürzt. und ist am brandenburger tor eigentlich nur ein gegebener anlass, den bei den deutschen auf beiden seiten so beliebte weihnachtsmarkt vorzuverlegen. denn außer aneinandergereiten dominosteinen gab es nur noch aneinandergereite glühwurm- und bratwurststände zu besichtigen. von auseinandersetzung mit der ddr und der heutigen lebenswelt leider keine spur. alles nur zauber für touristen?
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fanmeile mauerfall
Veröffentlicht 9. November. 2009 Nicht kategorisiert 1 KommentarTags: berlin, brandenburger tor, ddr, deutschland, geschichte, mauerfall, politik, touristen
netzneutralität
Veröffentlicht 2. September. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: blogs, internet, politik
bei netzpolitik.org findet sich ein artikel, der logisch erklärt, was netzneutralität ist und einleuchtend darstellt, warum sie so wichtig ist. wurde geschrieben, um verbreitet zu werden, also bitteschön:
Auf EU-Ebene geht die Debatte um das Telekom-Paket in entscheidende Verlängerung der dritten Lesung. Zusammen mit La Quadrature du Net aus Frankreich starten wir die finale Runde für ein EU-weites Lobbying zum Erhalt der Netzneutralität und gegen Internetsperrungen. Dies ist eine Übersetzung eines Aufschlages von La Quadrature du Net: It is crucial to save Net Neutrality!
Es ist wichtig, die Netzneutralität zu erhalten
„Netzneutralität“ – dieses leicht obskure wie auch simple Konzept ist die Wurzel für die Entwicklung des Internets in der Form, wie wir es kennen. Der digitale Bereich, in dem wir leben und arbeiten, garantiert Wettbewerb, Innovation und viele Grundfreiheiten. Bis vor kurzen war Netzneutralität aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nur eine Leitlinie. Seit neustem jedoch bedrohen Netzbetreiber dieses ungeschriebene Prinzip, weil sie in der ungleichen Behandlung von Information wirtschaftliche Vorteile sehen, die durch ihre Netzwerke geleitetet werden. Daher ist es wichtig, die dritte Lesung der „Telekom-Paket“-Richtlinien als eine einmalige Gelegenheit zu begreifen, um wichtige Maßnahmen für ein freies, offenes und innovatives Internet innerhalb der EU durchzusetzen.
Was ist Netzneutralität?
Wenn ein Brief verschicken wird, so können wir mit Recht davon ausgehen, dass der Postdienst diesen Brief nicht öffnet, um abhängig vom Inhalt oder Absender zu entscheiden, was damit passieren soll. Er wird nur dafür bezahlt, den besagten Brief zu übermitteln, sonst nichts. Man bezeichnet daher unsere heutiges Postsystem als neutral. Dies gilt gleichermaßen für das Internet: Wenn alles gleich behandelt wird, bezüglich des Absenders, Empfängers oder dem Informationinhaltes, dann ist das Internet neutral. Der Netzbetreiber darf weder darüber bestimmen, welche Dienste oder Programme genutzt werden dürfen, noch darf er bestimmte Informationen bevorzugt gegenüber anderen Informationsströmen behandeln. Dank diesem Prinzip hat jeder auf der Welt, unabhängig vom Netzbetreiber, Zugang zu ein und dem selben Internet.
Warum brauchen wir Netzneutralität?
1. Wettbewerb:
Wenn ein Internetdienstanbieter die Netzneutralität von Netzwerken verletzt, so kann er ganz einfach seine eigenen Dienste bevorzugt gegenüber seinen Mitstreitern behandeln: In Frankreich und Deutschland zum Beispiel verbieten die größten Netzbetreiber die Nutzung ihres sogenannten „Mobilen Internets“ für Voice-Over-IP-Software (einschließlich Skype). Damit zwingen sie ihre Nutzer die teureren Telefontarife für lokale und internationale Gespräche zu benutzen. Der Nutzer hat keine Möglichkeit zu einem anderen Netzbetreiber zu wechseln, weil nämlich die großen Netzbetreiber alle die gleichen Geschäftspolitik betreiben. Diese Praktiken sind stark wettbewerbshemmend und beeinträchtigen den Kunden, das wirtschaftliche Wachstum und die Innovationskraft.
2. Innovation:
Bisweilen ist das Internet ein Produkt der Internetnutzer. „Zwei Typen in einer Garage“ bauten Myriaden von mikroskopischen Projekten auf oder gründeten Unternehmen, die sich bald als „the next big thing“ herausstellten. Google, Wikipedia, Skype, eBay, Bittorrent, Twitter und viele weitere essentielle Bestandteile des heutigen Internets wurden innerhalb weniger Monate nach ihrer Erschaffung weltweit massenhaft genutzt. Diese Innovation ohne Erlaubnis ist stimulierend und gesund. Die ganze Wirtschaft profitiert davon. Was wäre, wenn der nächste innovative Erfinder jeden Netzbetreiber fragen müsste, ob er die Netze benutzen darf oder einen Beitrag für eine normale Behandlung seiner Datenflüsse bezahlen muss? Denn ein langsamer Datenverkehr würde seine Erfindung hinfällig machen. Einige Netzbetreiber träumen von solch einer Situation, in der sie re-zentralisieren und das Netz kontrollieren können.
3. Grundrechte und Freiheit:
„Artikel 11 der Bürger- und Menschenrechtserklärung aus dem Jahre 1789 proklamiert: ‘Die freie Äußerung von Meinungen und Gedanken ist eines der kostbarsten Menschenrechte; jeder Bürger kann also frei reden, schreiben und drucken, vorbehaltlich seiner Verantwortlichkeit für den Missbrauch dieser Freiheit in den durch das Gesetz bestimmten Fällen.’“
Heute impliziert die freie Äußerung von Meinungen und Gedanken in Anbetracht der generellen Entwicklung öffentlicher Kommunikation im Internet einen freien Zugang zu den Internetdiensten. Das Verfassungsgericht, die höchste richterliche Instanz in Frankreich, veröffentlichte diese Erklärung, und bestätigten damit die Aussagen, die das Europäische Parlament in verschiedenen Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht hat.
Das Internet ist ein wichtiges Instrument, um die freie Äußerung von Meinungen und Gedanken auszuüben. Dies ist wiederum wichtig für das richtige Funktionieren unserer Demokratie. Blogs, Mikro-Blogs, soziale Netzwerke und Chats stellen Möglichkeiten dar, um an der öffentlichen Debatte teilzunehmen. In einer Demokratie ist es nur den Richtern gestattet, die Grundrechte einzuschränken, so z.B. die Redefreiheit. Was wäre, wenn die Kontrolle dieser neuen Instrumente an Unternehmen weitergegeben wird, die rein aus Profit-Interesse handeln?
Warum ist Netzneutralität ist in Gefahr?
Das Internet wächst beständig. Bis jetzt war es so, dass sobald die Datenleitungen ein gewisses Limit erreicht haben, die Netzbetreiber in der Konsequenz weiter in Bandbreite investiert und das Potential der globalen Infrastrukturen, also das Internet, vergrößert haben. Mit den neuen lukrativen und wettbewerbshemmenden Praktiken können Netzbetreiber zu einem neuen Geschäftsmodell übergehen: Mehr Investitionen in die Kontrolle von Datenströmen und dafür weniger Investitionen für die Verbesserung der Netzwerke. Dieses Modell würde perfekte Bedingungen für die Selbstrechtfertigung dieser Politik liefern: „Das Internet ist so langsam geworden, so dass wir gezwungen sind, Inhalte, Dienste und Programme zu kontrollieren und zu priorisieren, dessen Inhaber bereit sind, diese Mehrkosten zu bezahlen.“ Diese Argumente wie auch die Drohung vom „Ende des Internet“ sind benutzt worden, um Mitglieder des Europäischen Parlaments davon zu überzeugen, in der zweiten Lesung des Telekom-Paketes Netzneutralität zu streichen, ohne jedoch einer technischen Realität gegenüber zu stehen. Nach wie vor erlauben günstigere Bandbreite und ein vernünftiges Netzwerkmanagament das Wachstum von Netzwerken, basierend auf strukturellen Investitionen.
Wie wir Netzneutralität schützen können:
Bei der Revision des „Telekom-Paketes“, welcher den Telekommunikationsmarkt in der EU regulieren soll, betreibt der US-Netzbetreiber AT&T eine heftige Kampagne gegen die Netzneutralität. Sie waren damit sehr erfolgreich und erreichten, dass viele Gesetzesänderungen, die ihren Wünschen entsprachen, in der zweiten Lesung eine Mehrheit fanden. Doch ein Änderungsantrag, der die Grundrechte und Freiheiten der Nutzer schützt, blockiert momentan das Telekom-Paket als Ganzes. Es handelt sich um den Änderungsantrag 138. Das Paket wird sehr wahrscheinlich in einer dritten und letzten Lesung im Herbst nochmal behandelt werden. Während einer Beratungsphase werden das Europäische Parlament und der EU-Rat über die einzelnen Änderungen im Text verhandeln. Die europäischen Bürger werden dann eine entscheidende Möglichkeit haben, auf diese Debatte Einfluss zu nehmen, um ihre Rechte und das Internet zu schützen:
Ruf deine gewählten EU-Abgeordneten an und informiere sie über die große Bedeutung der Erhaltung von Netzneutralität. Frage sie auch, ob du andere Kollegen ihrer Partei oder Fraktion beraten kannst.
Sobald auf EU-Ebene der Vermittlungsausschuss aufgestellt ist, muss sichergestellt werden, dass alle Mitglieder vollkommen informiert sind und sie sich im Prinzip für die Erhaltung von Netzneutralität einsetzen werden.
Spreche, blogge und twitter darüber. Man kann auch Journalisten ansprechen und über das Thema informieren.
Wenn dein Netzbetreiber gegen die Prinzipien der Netzneutralität verstößt, versuche seine Praktiken öffentlich zu denunzieren, bevor du zu einem anderen Netzbetreiber wechselst.
Folge den angehenden Kampagnen für weitere Ratschläge zur aktiven Beteiligung.
Wenn wir jetzt nicht handeln, könnten wenige Netzbetreiber die Kontrolle über das ganze Internet erlangen und diese fantastische Erfindung, die das Teilen von menschlichen Wissen seit dem Druckmedien ermöglicht, in ihren Traum von einem „Geldesel“ umwandeln. Sollten sie erfolgreich sein bei der Durchsetzung vom „Fernsehen 2.0“, dann könnten Wettbewerb, Innovation und fundamentale Freiheiten ihrer Kontrolle unterliegen und als eine utopische Idee der Vergangenheit angehören.
Macht mit!
offline-arbeit abwählen
Veröffentlicht 27. August. 2009 Nicht kategorisiert 3 KommentareTags: computer, internet, politik
ihnen geht die offline-arbeit unserer offline-politik auf die nerven? jetzt können sie diese noch vor den bundestagswahlen abwählen. so einfach gehts:
eingemauert
Veröffentlicht 30. Juni. 2009 Nicht kategorisiert 3 KommentareTags: berlin, ddr, deutschland, draußen, geschichte, politik, youtube
auf netzpolitik.org fand ich dieses hammer-geile video der deutschen welle, dass in zehn minuten mit tollen animationen den aufbau der innerdeutschen mauer erklärt.
in deutsch:
und in englisch:
absolut sehenswert!
suche: partei für alle lebenslagen
Veröffentlicht 30. Mai. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: deutschland, europa, internet, politik
wer übrigens noch nicht weiß, welche partei er zur europawahl am 07.juni wählen soll, beim wahl-o-mat kann man seine meinung zu 38 thesen angeben, und diese dann mit den forderungen der parteien vergleichen. fast wie bei einer partnerbörse – auf das man die partei finde, die zu einem passt!
internetsperren update
Veröffentlicht 13. Mai. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: computer, deutschland, gema, internet, online-petition, politik, technik, web2.0
die online petition gegen internetsperren hat nach wenigen tagen am letzten freitag (08.05.09) die erforderliche mindestzahl von 50.000 unterschreibern erreicht. das ist rekord. jetzt kann die petentin franziska heine ihr anliegen vor dem bundestag darlegen. der aktuelle stand liegt bei etwa 78.000. das bedeutet, dass sich nach erreichen der kritischen masse die zahl der unterzeichner langsamer zugenommen hat. auch wenn jetzt auch offline-medien darüber berichten, spricht nichts dagegen, weiter zu unterschreiben. jede stimme ist ein zeichen, auch wenn wirtschaftsminister von guttenberg alle unterzeichner als unterstützer von kinderpornographie ansieht. ich verlinke hier nochmal zu zwei texten zu dem thema, der erste beschäftigt sich mit technischen aspekten, der zweite beleuchtet das thema sehr ausführlich aus unterschiedlichen blickwinkeln. sogar die ganze bundestagdebatte zum thema kann man sich ansehen (ich hatte dafür keine zeit gefunden).
es stellt sich mir bei der petition die frage, ob aus der zahl all diese leute ausgezählt wurden, die zwar unterschrieben, aber keine sinnvollen daten angegeben haben. was nützt es, die petition zwar zu unterschreiben, aber als namen max mustermann, will freisein, oder keine namen anzugeben?
ps: für diejenigen, die es ernst meinen: es lohnt sich, auch mal anzuschauen, was sonst noch so für petitionen eingereicht wurden. für musiker oder auch anderweitig web2.0-interessierte wäre vielleicht auch noch diese hier interessant?
Petition gegen Internetsperren
Veröffentlicht 4. Mai. 2009 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: computer, deutschland, internet, politik, technik, web2.0
viel kann man im netz nachlesen über den gesetzesentwurf von ursula von der leyen und co. zum thema internetsperren von kinderporngraphie-seiten. leiderhabe ich grad keine zeit, mehr als diese links zum thema zusammenzusuchen. ein plädoyer gegen internet-zensur findet sich auf netzpolitik.org, spiegel.de ist das ganze unter anderem diese meldung wert. jede menge meinungen gibt es in den verschiedensten blogs.
gelinde gesagt:zu diesem gesetzesentwurf hagelt es kritik von allen seiten: von ökonomen, die sich fragen, wie genau der von der leyen beschwörte „massenmarkt“ mit kinderpornographie stattfinden soll, über menschen, die die schleichende einführung von internet-zensur fürchten, bis hin zu technikaffinen, die bemängeln dass die sperren leicht umgegangen werden können. sogar eine vereinigung/bund ehemaliger opfer von sexueller gewalt an kindern (ich weiß den genauen namen leider nicht mehr, wer nen link weiß, bitte kommentieren) meint, der entwurf gehe in die völlig falsche richtung.
das sollte man sich ruhig bei gelegenheit mal alles durchlesen, damit man bescheid weiß warum ich mit allem nachdruck darum bitte, diese petition zu unterschreiben:
Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten
es müssen bis zum 16.06.09 50.000 unterschriften gesammelt werden. und kommt mir nicht mit „da mach ich nicht mit, da muss ich mich ja anmelden“ – das habt ihr bei myspace, facebook, twitter, youtube, hotmail, gmx, gmail, amazon, ebay und was weiß ich wo auch getan ohne zu zögern!
Kommunikationsüberwachung
Veröffentlicht 24. Januar. 2009 Nicht kategorisiert 2 KommentareTags: computer, internet, politik, technik
sowas in der art kann uns auch drohen, wirklich:
http://netzpolitik.org/2009/whistleblower-nsa-hat-gesamte-us-telekommunikation-abgehoert/
wie das mit der finanzkrise ist und was sonst noch so schief läuft
Veröffentlicht 10. Dezember. 2008 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: adrian mole, bücher, finanzkrise, geld, politik
…kann man bei adrian mole nachlesen – in drei (tage)büchern, die umfassend den harten kampf des helden mit und gegen den wahnsinn des alltags beschreiben. von den schwierigkeiten der pubertätsjahre (das tagebuch des adrian mole, 13 3/4 jahre) bis zu den irgendwie noch härteren zeiten des erwachsenen mannes, der seinen mann nicht stehen kann. voll mit phänomenen, die wir alle kennen und solche, von denen wir vor jahren noch nichts geahnt haben wollen, wie hier:
„ich rief bei meiner telefonbank an und nannte meine codenummer, 9999, und mein passwort, yarmouth. die sachbearbeiterin, eine dame mit angenehmer stimme, war entsetzt, weil ich ihr das volle passwort genannt hatte. sie hatte mich gerade fragen wollen, wie der zweite buchstabe des passworts laute. hätte ich darauf geantwortet „a“, hätte sie mir den aktuellen kontostand meines jederzeit zugänglichen hochzinskontos sagen können. „so wie die dinge stehen“, sagte sie, „müssen sie jetzt ein neues konto eröffnen, denn ab sofort sind alle ihre codes auf null und nichtig gestellt.“
ich bittete und bettelte, marylin möge mich in die geheimnisse meines eigenen kontos einblick nehmen lassen, aber sie sagte: „die schließung ihres kontos ist vom computer verfügt worden. ich lasse ihnen per post ein antragsformular für ein neues konto zugehen.“
ich stellte die frage: „marylin, wo genau liegt eigentlich mein geld? wird es irgendwo an einem konkreten ort aufbewahrt, in einem gewölbe vielleicht?“
„ihr geld als solches existiert eigentlich nicht“, erläuterte marylin und fuhr fort: „ihr geld, mr. mole, ist eine abstraktion, die irgendwo zwischen den institutionen der finanzwelt im ungewissen herumwabert und vollkommen der gnade von inflationsraten und zinssätzen und dem gedeihen der weltwirtschaft ausgeliefert ist.“ sie fasste sich wieder und entschuldigte sich, die menschlichkeit sei mit ihr durchgegangen. ihre antwort war von selbstmörderischer offenheit gewesen.“
marylin hatte mich bereits darauf hingewiesen, dass unser gespräch auf band aufgenommen werde. ich versuchte, es noch etwas länger hinzuziehen, aber marylin, die mir verraten hatte, sie sei vierundvierzig, dunkelhaarig, mutter dreier kinder und verheiratet, sagte: „mr. mole, andere kunden warten bereits in der leitung.“
aus: sue townsend: adrian mole – die cappuccino jahre, wilhelm heyne verlag münchen, 2002 (hervorhebung von mir)
was man mit einer milliarde euro tun kann
Veröffentlicht 27. November. 2008 Nicht kategorisiert 1 KommentarTags: geld, kinder, politik
eine straße bauen! von mageburg nach schwerin. 154 km! die kostet 8 mio euro pro kilometer. sagt gisela kallenbach. und will vorschläge was man stattdessen mit dem geld machen kann.
eine milliarde, das ist eine 1 mit neun nullen. ich finde diesen ansatz zum umgang mit der staatlichen geldverschwendung toll und möchte für den autobahnfall das gleiche vorschlagen: alles geld zurück an uns!
aber bitte, seit kreativer und reicht eure ideen ein. ich finde obstlernpfade ganz reizvoll, aber was solls, wenns kinder gibt in deutschland die sich obst nicht leisten können. wie wärs stattdessen mit kostenloser schulspeisung für alle kinder deutschlands, z.b. für ein ganzes jahr. das geht für das geld sicher auch von örtlichen versorgern, nachhaltig produziert, ohne künstliche zusatzstoffe etc. pp.
dürfte auch noch was übrig bleiben. für weitere vorschläge…
obama als der neue blair
Veröffentlicht 4. November. 2008 Nicht kategorisiert Hinterlasse einen KommentarTags: draußen, obama, politik, tony blair
heute nacht scheint für einige leute verdammt wichtig zu sein. alle echten und wunsch-amerikaner, mit denen ich in letzter zeit zu tun hatte, sind jedenfalls ganz aus dem häuschen. es wimmelt nur so von vote for obama t-shirts, us-amerikanischen flaggen im taschenformat und mädels, die mit stolz geschwellter brust women for obama buttons tragen. die allgegenwärtige berichterstattung über die us-wahlen, die nun schon seit monaten andauert, suggeriert es mehr als deutlich: weg mit objektiver berichterstattung, barack obama wird als retter des us-amerikanischen volkes gezeigt, als heiland, der mann der die gute, die richtige art der demokratie zurückbringt, nach 8 jahren bush-regierung.
da tun sich gewisse parallelen auf. wir gehen zurück ins jahr 1997 und schauen auf die aufregung, die damals der kanditat der britischen demokraten, tony blair, erzeugte. gefeiert als rettung nach 18 jahren konservativer tory-regierung, als der popstar unter den politikern, den sogar echte popstars unterstützten. großbritannien war gernevt vom konservativismus, einer regierung die nicht machte was das volk wollte, und auch einen sinnlosen krieg gab es damals, von thatcher wegen der falklandinseln angezettelt. nach ihrem rücktritt wuchs die allgemeine unzufriedenheit mit der kopflosen regierungsarbeit der britischen konservativen.
dann kam blair und machte wahlkampf. seine larbour partei nannte er in new labour um, der begriff sollte anschaulich machen, was eine regierung unter blair zu bieten hatte – etwas neues, frisches. tony blair war cool, er kam dynamisch rüber, hatte flotte sprüche drauf, wirkte clever, witzig, sogar einen gewissen sex-appeal wollte man ihm damals nicht absprechen. na, klingelts? die art der lobpreisung, die ihm damals aus den medien entgegenschlug, ist durchaus mit der um obama heute zu vergleichen.
aber was in 11 jahren blair-regierung passiert? großbritannien hat sich am irak-krieg beteiligt, blair geriegt deswegen in misskredit. auch sonst fällte er entscheidungen, die vom britischen volk negativ beurteilt wurden. als ein beispiel sei hier nur die einführung der id cards genannt. ab 2009 sollen die britischen bürger damit ausgestattet werden. die id cards entsprechen dem deutschen personalausweis, sind aber unter den briten eher umstritten. sie provozieren das gefühl, für den staat eine nummer zu sein, der brite kommt sich bevormundet und überwacht vor.
als tony blair mitte 2007 zurücktrat, wurde er zwar auch für seine errungenschaften gelobt, das vorherrschende gefühl war jedoch eher erleichterung – die erwartungen, die vom volk in ihn gesetzt wurden, hatte er überwiegend nicht erfüllt. als cooler premier wurde er nicht mehr bezeichnet.
wir warten nun ab, wie sich obama und seine new liberals schlagen werden, wenn die aufregung einer zwangweise folgenden ernüchterung weicht.
ick mit dem obama in unser wohnküche am elsensee im ewigen eis
Veröffentlicht 28. August. 2008 Nicht kategorisiert 2 KommentareTags: abendschau, bundeswehr, fernsehen, journalismus, klimawandel, nachrichten, obama, politik, tagesschau, technik
update: die ganze sendung gibts hier, die zeiten, wann welche episode auftaucht, sind im text hinzugefügt!
heute habe ich mal mit voller aufmerksamkeit 45 minuten nachrichtensendungen geguckt, erst die abendschau auf rbb – nachrichten aus berlin und brandenburg – und gleich nach den darauf folgenden „programmhinweisen“ die tagesschau. normalerweise vermeide ich nachrichtenmedien mit der vogel-strauß-taktik: nix hingucken, hinterher ist man nur deprimiert. doch heute war ich dabei. folgende auffälligkeiten von lustig-schräg bist tot-ernst präsentierten sich mir:
1. ein teil der uferfläche des elsensees (irgendwo in region berlin-brandenburg) wurde von anwohnern gekauft. ziel: das vorhandene biotop schützen und den bau eines strandbads und einer wasserskianlage zu verhindern. unterstützt werden die anwohner von cdu und fdp, die auch biotop erhalten wollen(!), und nicht so toll finden das die spd und die linke, die lieber 20 arbeitsplätze schaffen wollen. verkehrte welt? über die meinung der grünen ist mir nichts bekannt.
2. (ab 2:30) mit erstaunen stelle ich fest, das barack obama heute zum präsidentschaftskandidaten der linken demokraten gewählt wurde. wohlgemerkt erst zum kandidaten, und das nach gefühlten fünf monaten wahlkampf, heckmeck und dauer-berichterstattung. es wird zeit dass diese us-präsidentschaftwahlen man einen gang runtergeschraubt werden. sonst bleibt bald gar keine zeit mehr zum regieren zwischendurch.
3. (ab 5:44!) bei der bundeswehr arbeiten nur zombies. oder pressesprecher und andere konsorten, die gucken, als wenn sie zum ersten mal ne kamera sehen und reden, als wenns ihnen am arsch vorbeigeht. kein wunder, dass die zahl der leute, die dem verein beitreten wollen, sinkt, wie der tagesschau-beitrag verrät.
4. (9:30)schuld am flugunglück in ramstein vor zwanzig jahren war einer der drei unglückspiloten, sein timing stimmte nicht so recht. die tagesschau benutzt dafür im bericht heute das wort pilotenfehler. klingt das nun netter oder gemeiner als menschliches versagen?
5. (12:09) der schneidige jungunternehmer, der von der tagesschau auf der ifa interviewt wird, behauptet: die leute trennen nicht mehr zwischen wohn- und küchenbereich. – stimmt, aber meint er damit die yuppies mit amerikanischer küche, oder die hartz-iv-empfänger, denen von amts wegen ein zimmer gestrichen wird weil die wohnung sonst zu teuer ist?
6. (ab 15:10) eigentlich der hammer des tages: der nordpol taut immer mehr, diverse wasserstraßen sind auf einmal eisfrei, die ard überschreibt das mit der headline klimawandel, und der typ von einer reederei die da oben unterwegs ist, sagt dazu mit leicht arrogantem unterton: wir haben vor, im nordpolgebiet nach gas zu bohren. wir erwarten dort eines der größten gasvorkommen der erde. – hierzu gibt es ein paar schöne metaphern aus dem täglichen leben: salz in die wunde streuen, in der offenen wunde bohren, den schorf abkratzen…kurzum, er weiß wie mans noch schlimmer macht. er ist die böse krankenschwester, die nachts dem patienten erde heimlich die wunde wieder aufreißt, damit mehr krankenhausgebühren fällig werden.
ich wünsche von herzen gute besserung!
atze, räum den kühlschrank aus
Veröffentlicht 27. April. 2008 Nicht kategorisiert 2 KommentareTags: bücher, berlin, feng shui, politik, studenten, tempelhof
heute scheißen sich alle ein wegen einem flughafen, den angeblich 74% der berliner im einsatz behalten wollen. ich glaube nicht dass diese etwa 2einhalb millionen der heutigen „berliner“ auf die luftbrücke von vor 60 jahren angewiesen gewesen sein. echte berliner über 60 habe ich heute im wahllokal jedenfalls keine gesehen. bei 1000 fluggästen am tag gehe ich außerdem davon aus, dass die meisten der schließungsgegner den flughafen überhaupt noch nie genutzt haben. deshalb entspann sich bei mir die ganz krude verbindung zum buch feng shui gegen das gerümpel des alltags. darin steht, dass es vielen menschen unglaublich schwerfällt, sachen loszulassen („wegzuschmeißen“) selbst wenn sie sie nie benutzen. wäre berlin eine große studentenwg, könnte tempelhof sowas wie der trimmtrainer sein, der mitten in der wohnung im weg rumsteht und platz wegnimmt, den aber keiner benutzt. trotzdem wollen ihn deine anderen mitbewohner nicht wegschmeißen, man könnte ihn ja doch vielleicht nochmal gebrauchen, eigentlich ist er doch ganz praktisch, er sieht ja auch ganz cool aus und er war ja so teuer, dass kann man doch nicht einfach wegschmeißen!
deshalb die philosophische konsequenz: politik ist auch nix anderes als hausputz.