sparst du schon?

neulich beim irgendwo rumsitzen habe ich die aktuelle ausgabe der freundin in die finger bekommen und mal durchgeblättert. ehrlich gesagt sprach mich das groß auf dem cover angekündigte „special“ an:

besser leben – weniger ausgeben!

mode, kultur, auto, wohnen … 66 überraschende tipps, um jetzt clever zu sparen

was dann an tipps kam, hat mich allerdings nur zum kopfschütteln gebracht. ein paar highlights, an die ich mich noch erinnern kann:

– mit dem rauchen aufhören. je nach stärke des konsums könne man bis zu 200 euro im monat sparen. außerdem wäre ja jetzt sowieso überall rauchverbot, deshalb wäre die gelegenheit noch nie so günstig.

als ob die tatsache, das man es dicke hat und vor lauter geld nichts damit anzufangen weiß, der einzige grund wäre, warum leute nicht aufhören können zu rauchen..

– nicht immer unterwegs sandwiches kaufen oder essen gehen. lieber mal zuhause brote schmieren und mitnehmen. spart ungeheuer.

was haben die leute bloss früher gemacht, bevors an jeder ecke ein mcdonalds gab? und wieso teuer? ich denk da kostet der burger nur n euro…

von der art gabs noch mehr hinweise:

jeden morgen auf dem weg zur arbeit nen coffee to go („ich hätt gern nen coffee to go, aber zum mitnehmen bitte!“…) holen ist teuer. vorschlag von freundin: einen thermosbecher kaufen, und zu hause selbst gekochten kaffee darin mitnehmen.

hut ab freundin, darauf muss man erstmal kommen. es ist ja nicht so, dass coffee to go eine neue erfindung von vor ein paar jahren ist, und sich niemand mehr daran erinnern kann, dass es frühmorgens auch los ging, ohne dass bäcker und coffeeshop überteuerten milchschaum zum mitschleppen anboten. geschweige denn, dass es außerhalb der großstädte deutschlands noch jede menge klitschen gibt, wo man überhaupt keinen coffee togo kaufen kann.

und noch einer aus der reihe:

– wie praktisch, wenn man in mundgerechte stücken zerkleinerten salat im supermarkt kaufen kann. man spart sich das schnippeln zu hause. aber laut freundin sollte man lieber einen ganzen salatkopf kaufen. hat mehr, kostet aber weniger.

auch die anderen tipps, die nichts mit essen oder supermarkt zu tun hatten („im supermarkt stehen die teuren produkute auf augenhöhe, die billigen ganz unten oder ganz oben“) waren nicht besser. designerklamotten im factory outlet kaufen, statt neue stühle die alten mit neuem stoffen beziehen lassen.. mehr fällt mir grad nicht ein, aber ich habe eh nicht alle gelesen. das grundmuster war immer dasselbe, und die vorschläge so alt wie das haushaltsbuch meiner urgroßmutter.

aber eins weiß ich ganz genau: wenn so eine story als riesentitelgeschichte angekündigt wird, und damit zehn seiten gefüllt werden, wen wundert da noch das zeitungssterben? kleiner tipp für alle leserinnen: schon mal drüber nachgedacht, ob ihr euch vielleicht die freundin sparen könnt?

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Veröffentlicht am 30. Mai. 2009 in Nicht kategorisiert und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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