Archiv für den Monat Oktober 2009

sag ich doch!

jetzt gibts den beweis! paulo coelho ist aktiver leser dieses blogs. oder wie sonst lässt sich dieser essay erklären:

paulo coelho: happiness is overrated

worum gehts da? er kritisiert, dass die leute ihr persönliches glück zu sehr von materialistischen dingen anbhängig machen, und betont dass auch das glück, das einem zum beispiel die familie geben kann, von sorgen in anderen lebensbereichen überschattet werden mag. unterschwellig scheint er sagen zu wollen, dass man niemals alles haben kann. deutlich sagt er, dass die menschen angst davor haben, sich einzugestehen, wenn sie mit etwas nicht zufrieden sind, sowie angst davor, ihren lebensentwurf zu hinterfragen – kurz, es fällt ihnen schwer, sich einzugestehen, dass sie nicht glücklich sind.

die schlußworte nimmt er von jorge luis borges, sie lauten:

„ich werde nicht mehr glücklich sein, aber das ist nicht so schlimm. es gibt so viele andere dinge in der welt.“

wedding ’89

jetzt wo’s draußen wieder kälter wird, möchte ich mich manchmal vor den kamin des 2o. jahrhunderts (= glotze. kamin des 21. jahrhunderts = computer) zurückziehen. doch ich stelle fest, es gibt nur noch drei sendungen: ordnungshüter-tv, mauerfall und tatort.

bei ersterem kriege ich schlimme schmerzen, mit drittem bin ich nicht sozialisiert worden – interessiert mich also nicht. deshalb musste ich verdammt viel mauerfall gucken in letzter zeit. leider laufen nur die immer gleichen bilder von der massendemo am 04.november (40er jahrestag der ddr), der pressekonferenz mit schabowski, und den ossis (sic! aber klingt geiler),die am 09.november nachts über die bornholmer brücke in den westen drängen. da stehen se dichtgerdrängt und erzählen den grenzern, sie wolllten nur mal rüber, gucken, und würden doch auch wieder zurück kommen.

ich frage mich, was haben diese leute wohl gedacht, als sie damals dann das erste mal im westen waren? der westen, den sie hinter der bornholmer brücke fanden, war ja nicht der kudamm oder schniekes charlottenburg. stattdessen war es der dreckige wedding, arbeiter- und einwandererviertel, oll und heruntergekommen – viel anders als drüben im prenzlberg sah es auf den ersten blick deshalb bestimmt nicht aus, stelle ich mir vor.

schade, dass es keine kameraaufnahmen von der anderen seite der mauer in dieser nacht gibt. falls doch, schade das im tv immer nur die gleichen szenen zu sehen sind. ich hätte gern einmal erfahren wie ihn der ddr-bürger so empfand, den wedding ’89.