Archiv für den Monat Januar 2012

Lesen Sie die Bild, Madam?

Udo Vetter berichtet im Law Blog über eine Werbeaktion der Bild-Zeitung zu ihrem 60. Geburtstag. Am 23.06.2012 soll die aktuelle Ausgabe der Zeitung in jedem Briefkasten Deutschlands landen – in jedem. Gezielt will man sich, so Vetter, über Aufkleber á la „Keine Werbung einwerfen“ hinwegsetzen. Und dann berichtet er darüber, wie er mit einem im Vorfeld – natürlich juristisch wasserdicht – formulierten Schreiben seinen Briefkasten zum Gallischen Dorf machen will.

Heiß her geht es in den Kommentaren. Absolut lesenswert sind die kreativen Vorschläge zur Bild-Boykottierung und Entsorgung. Wer möchte, kann ein Ratespiel daraus machen, welche der „Was regt ihr euch eigentlich so auf, es gibt Wichtigeres!“-Kommentare von Mitarbeitern des Axel-Springer-Verlags stammen könnten – denn Vetter erweckt den Anschein, als gebe es solche.

Für mich sieht das nach dem Anfang einer großen Internetkampagne aus, das Thema ist absolut Meme-fähig. Ich freue mich schon auf lolcats-in-Briefkästen-Bildern, Anti-Bild-Schäublonen, das Video-Turtorial „Wir basteln uns einen Spam-Kasten!“ und ein Exklusiv-Interview mit Markus Beckedahl im ARD-Brennpunkt. Und vielleicht schaffen wir es bis dahin ja tatsächlich, eine Methode zu finden, die vor Gratiseinwurf schützt – wirksam!

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Kesslers Expeditionen

Gerade sitze ich vor der Glotze und gucke Michael Kessler zu, wie er mit einem Esel von Berlin an die Ostsee wandert. Für das Quiztaxi fand ich den Kessler eigentlich immer genau die richtige Besetzung. Er passte gut in die Sendung und war souverän darin, Leute durch Berlin zu kutschieren und sich mit denen über ihr Leben zu unterhalten. Aber hier, in dieser Sendung „Kesslers Expeditionen„, finde ich ihn gerade einfach nur furchtbar. Dieses zwanghafte Geduze aller Leute, die er ungefragt anlabert, dieses schlecht nachgemachte Berlinerisch. Mit aufgesetzter Lockerheit stellt er ziemlich doofe Fragen:

„Fühlt ihr euch jetzt eigentlich als Wendeverlierer?“

Gegenfrage: Meint er wirklich, jemand würde das vor seiner Kamera zugeben?

Irgendwie habe ich auch das Gefühl, das eigentlich die meisten Leute gar nicht wirklich mit ihm reden wollen. Er biedert sich halt krampfhaft an, und man merkt es:

„Nen rotierenden Lautsprecher, weißte Bescheid, ne“

„Jaja, genau, hehe, jaja!“  (und kreist mit dem Finger).

Ich kann mir nicht helfen, aber da fand ich die frühere Umsetzung einer ähnlichen Idee von Martin Sonneborn besser, der 2008 für den Film Heimatkunde entlang des Mauerstreifens um Berlin lief. Der wirkte auf mich ehrlicher, weil er nicht den lockeren Burschen von Nebenan spielte, sondern man ihm angemerkt hat, dass er mehr mit einem journalistischen Ansatz unterwegs war – auf der Suche nach guten (Nach-)Wendegeschichten. Bei „Kesslers Expeditionen“ fehlt glaube ich so ein bißchen das Konzept, die Idee war wohl „Wir gehen mal einfach los und filmen Leute“. Heimatkunde scheint in ein bißchen engeres Korsett gepresst, aber wirkt dadurch irgendwie auch stringenter.

meine 2011er Blogstatistik

Hallo liebe Leser,

ihr seit auf I have recently become happy and I find it over-rated. Die automatisch von wordpress erstellte Statistik 2011 des Blog sieht nicht gerade rosig aus. Aber weils so schön gemacht ist: schaut euch die Verpackung an, und nehmt den Inhalt nicht zu kritisch:

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Eine Cable Car in San Francisco faßt 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 1.300 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 22 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.