Parken Sie hier! Gekonnte Parkzonenerweiterung im Prenzlberg – mit Poll

Parken Sie hier! Die Schilder der erweiteren Parkraumbewirtschaftungszone Prenzlauer Berg sind schon fertig.

 

Es ist schon verhext! Da war tatsächlich jemand im Bezirk Pankow clever genug zu merken, dass der 1. April keine gute Deadline für die Parkzonenerweiterung im Prenzlberg ist. Mit einem echten Anpacker-Ansatz wurde daher der 2. April zum Tag, ab dem Autoparker in einem noch umfassenderen Bereich des Stadtteils einen Parkschein erwerben müssen. Wer im jetzigen Parkzonenbereich unterwegs ist, weiß auch, dass der Parkschein alternativlos ist: Kontrolliert wird nämlich sehr fleißig – mit Knöllchen lässt sich wohl Geld verdienen.

Und trotz der praktischen Verschiebung des Termins wirkt die derzeitige Vorbereitung der Erweiterung wie ein Aprilscherz, wie in der Prenzlberger Stimme aufgezeigt wird: Die Schilder sind rechtzeitig fertig, aber ihre Fundamente nicht. Die Automaten sollen wohl laufen, aber die Erfassungsgeräte der Knöllchenschreiber werden wohl erstmal durch die old-school Papiervariante ersetzt. Smart, diese Endgeräte. Too smart too use. Und die Leidtragenden? Nicht-registrierte Anwohner können wegen fehlender Kapazitäten im Bezirksamt nicht rechtzeitig abgefertigt werden, und obwohl die Stadt auf die PIN-AG als Briefezusteller setzt (erst vor drei Tagen durfte man lesen, dass die Firma anscheinend systematisch die Adressen auf den Briefen speichert), werden bereits angeforderte Vignetten mit der Deutschen Post verschickt, weil da mehr Briefe auch im richtigen Kasten landen.

Man könnte meinen, man hätte es hier mit einem Lehrbuchbeispiel von Murphy’s Law zu tun. So Kinder, Hefte raus, Klassenarbeit. Aufgabe: Definiere Murphy’s Law (Tip: Was-schief-gehen-kann,-geht-schief) und beschreibe die Charakteristika dieser Regel anhand des oben verlinkten Texts zur Parkraumbewirtschaftung im Bezirk Pankow. Bonusaufgabe: Gehört der Text zur Kategorie der Realsatire? Diskutiere am Beispiel der Hosenproblematik!

Alas, die Hosenproblematik! Klamottentausch ist ja sowieso der neue wundertolle (sic!) Hipsterhype, den keiner braucht. Und Änderungschneidereien gibt es ja genug in der Gegend. Hosen kürzen kostet nicht mehr als 5 Euro, warum nicht mal die vietnamesischen Schneiderinnen der Gegend subventionieren? Gut, das Wort Subvention nehme ich zurück. Wer weiß denn, ob die Mitarbeiter die Änderungen nicht aus eigener Tasche bezahlen werden. In jedem Fall möchte ich mal sehen, wie jemand eine Hose Größe 56 in eine passable 38 ändert. Mit ein paar Abnähern ist es da wohl nicht getan.

Laut dem Artikel liegt das ganze Hosendilemma daran, dass jedes Kleidungsstück des hippen Parkraumüberwacher-Looks einzeln bestellt wurde, und jetzt nicht alle Teil gleichzeitig fertig geworden sind. Also alles doch eher ein Fall von klassischem Schildbürgertum?

Und jetzt sind Sie dran, liebe Menschen an den Geräten zu Hause! Was meinen Sie, handelt es sich bei den beschriebenen Vorgängen um einen deplazierten Aprilscherz, ein Paradebeispiel von Was schief gehen kann, geht schief, oder um ein verlorengeglaubtes, wiederentdecktes Kapitel aus Die Bürger von Schilda? Antworten Sie jetzt.

Und noch ein kleiner Hinweis an die Damen und Herren vom Amt: Der Begriff Parkraumüberwacher ist als neutrale Version von Politesse leider missglückt. Überwacher, das klingt so sehr nach George Orwell’s 1984, finden ihr nicht? Neusprech, übernehmen Sie!

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Veröffentlicht am 20. Februar. 2013 in Nicht kategorisiert und mit , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Schlimmer noch: Bei den Fundamenten handelt es sich nicht um die für die Schilder, sondern um jene für die Parkscheinautomaten…

    Gruß nach nebenan!

    ODK

  2. Danke für die Aufklärung! Wir sind gespannt, wie es bis zum 02.04. weitergeht!

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