Urheberrecht und Kulturflatrate für Alle!

Ja, für alle! Die Heinrich-Böll-Stiftung hat ein 5-Minuten-Video veröffentlicht, in dem die Grundgedanken und aktuellen Baustellen des Urheberrechts (Digitalisierung, Filesharing, Kultuflatrate, Crowdfunding) erklärt werden. Und zwar für Laien, Gehörlose, Botaniker, Spitzweg-Fans, Lottospieler sowie Fetischisten geiler Optik. Und wenigstens eines davon sind war ja wohl fast alle, oder?

(via).

Und wer dann das Thema für sich entdeckt hat, kann gerne noch in die Tiefe gehen. Denn wie irights.info schreibt, wurde ebenfalls heute ein von den Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten (pdf) veröffentlicht, dass klären soll, unter welchen (vor allem rechtlichen) Bedingungen eine Kulturflatrate in Deutschland funktionieren kann.

Es scheint ein guter Tag für kreative Ideen zu sein!

Übrigens: Crowdfunding ist Anglizismus des Jahres 2012. Für den interessanterweise auch ein deutsches Synomyn existiert, das aber anscheinend ausschließlich von Anglizismus-Gegnern genutzt wird.

Wann kommt eigentlich das Leistungsschutzrecht für Wortneuschöpfungen? Gott bewahre…

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Veröffentlicht am 8. März. 2013 in Nicht kategorisiert und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Pfffff…. So, ich glaube, ich habe mich jetzt beruhigt, dass ich diesen Kommentar ohne wüste Beschimpfungen gegen irgendwen verfassen kann.
    Nein. Ich stimme nicht zu. Nachdrücklich. Und ich könnte geschätzte 18 lange Posts darüber schreiben, was mich an diesem Video aufregt, von der Böllstiftungstypischen Weltsicht, die aus jedem Satz trieft, bis hin zu diesem (Beinahe-)Schlusssatz „Wir alle wissen“. Ich bin jedenfalls nicht Bestandteil dieses „Wir“. Ich weiß das nicht, was dann dahinter kommt. Und ich bin nicht überzeugt, dass die es wissen. Sie glauben es vielleicht. Aber wen sie dafür gute Gründe haben, behalten sie die für sich.

    • Naja..der Schlußsatz fängt ja gar nicht mit „Wir alle wissen“ an, sondern mit „Wir wissen Eines“. Und was danach gesagt wird ist „Wir brauchen eine Reform, die weder die einen kriminalisiert, noch die anderen um ihren Broterwerb bringt.“
      Ich gebe dir Recht, dass es sich bei dieser Aussage nicht um Wissen handelt, sondern um Meinung. Genauso, wie andere vielleicht wissen – im Sinne von meinen – dass jegliches Verbreiten von Werken im Netz illegal ist, oder das jegliches nicht-kommerzielles Verbreiten erlaubt sein sollte. Das wären zwei extreme Positionen, und der Schlußsatz des Videos versucht sozusagen auf verschiedene Mittelwege zu zeigen, in dem Kulturflatrate, Creative Commons etc. angesprochen werden. Das Video nimmt aber auch nicht für sich in Anspruch, zu sagen, welcher dieser „Mittelwege“ der Richtige ist, sie werden nur vorgestellt.
      Insofern ist der Begriff „wissen“ an der Stelle vielleicht falsch gewählt, aber wenn du ihn durch „glauben“ ersetzt, ändert sich nicht viel an der dahinter stehenden Aussage: So wie’s jetzt läuft, kanns nicht weiter gehen, weder Kriminalisierung noch der Wegfall von Vergütung sind eine Lösung.
      Schreib doch mal nen Post darüber, was dich an dieser Aussagen stört! Ich würde mich drüber freuen!

      • Naja..der Schlußsatz fängt ja gar nicht mit “Wir alle wissen” an, sondern mit “Wir wissen Eines”.

        Ach so? Das war dann mein Fehler, pardon.

        Das Video nimmt aber auch nicht für sich in Anspruch, zu sagen, welcher dieser “Mittelwege” der Richtige ist, sie werden nur vorgestellt./blockquote>
        Habe ich auch so verstanden.

        Schreib doch mal nen Post darüber, was dich an dieser Aussagen stört! Ich würde mich drüber freuen!

        Mal schauen. Erst mal stört mich natürlich wie gesagt schon der grundsätzlich dahinter liegende Habitus, diese Vorstellung, so etwas übergreifend für andere regeln zu dürfen und zu müssen (Das ist halt mein Steckenpferd als voluntaristischer Spinner.), darüber hinaus aber auch die fehlende Begründung.
        Ich selbst zum Beispiel habe bei Weitem noch keine feste Meinung zu diesem Thema, weil ich auch zu wenig davon verstehe, aber mir fehlt bisher zum Beispiel jedes überzeugende Argument, das ein Urheberrecht in ungefähr seiner jetzigen Form rechtfertigen würde. Insofern fände ich die Forderung, jede nichtkommerzielle Verbreitung solle erlaubt sein, nicht mal extrem, sondern noch zu schüchtern, und kann bis auf Weiteres nicht erkennen, was gegen einen Wegfall der Pflichtvergütung sprechen soll. (Genauso sehe ich auch nicht, was an der Kriminalisierung falsch sein soll, wenn man die Idee vom geistigen Eigentum ernst nimmt.)

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