Blog-Archive

Flow – Häkeln für den Weltfrieden

Die deutsche Erstausgabe der flow

Die deutsche Erstausgabe der flow

 

Jetzt liegt sie schon fast zwei Wochen hier, die flow, und spricht mich überhaupt nicht an. Dabei habe ich doch fest versprochen, sie zu lesen, zu bewerten und dann darüber zu schreiben…

Also dann, Musik an, Augen auf und durch.

Die flow ist eine neue Zeitschrift für Frauen zwischen 20 und 40. Würde ich mal so annehmen, wenn ich durch das Heftchen blättere. Es soll um Selbstverwirklichung gehen, um schönes Leben, um Bewusstsein für sich selbst. Das Cover verspricht „Inspiration – Ideen – Einblicke – Anstösse“. Die Zeitschrift ist aber doch nur eine Mischung aus Häkelanregungen, Chefredakteurinnen-Kolumne und Geschenkpapier-Beilage geworden. (Hallo, Lisa!)

Dabei versucht die flow alleine schon durch die Aufmachung, sich als „Anders“ zu präsentieren und von den Kokurrenzprodukten abzusetzen. Das fängt bereits beim Cover an – ein verträumtes Bildchen von pink-grünen Vögeln statt Frontalaufnahme einer grinsenden Dame, wie auf 99% aller Zeitschriften. Das ist sicher eine Möglichkeit, im Zeitschriftenregal aufzufallen. Das geht okay für mich. Bemerkenswert finde ich auch, dass auf dem Cover nur recht klein steht, was im Heft drin ist. Die Themen sind auf ein Stück Papier in Form eines Koffer-Anhängers gedruckt, der unten rechts in der Griffecke klebt. Kleine Fotos, schmaler Text. Folgende Themen werden angekündigt:

Darum gehts in dieser flow

Darum gehts in dieser flow

Ähm ja, ich denke da könnte man eigentlich alle drei Themen mit „Zeitgeist“ überschreiben. Und das ist letztendlich auch der Grund, warum mir das Heft nicht gefällt – es ist ein Zeitgeist-Magazin. Larifari, langweilig, mal hier mal da, Konsensvorschläge, filterbubble ad absurdum. Weiße reiche Frauen, verheiratet mit Kindern, künstlerisch-kreativ. Das ist die wahre Zielgruppe! Das spricht mich überhaupt nicht an. Aber es hilft nichts, ich blättere rein:

Seite 3: Unscharfes Foto von Pusteblumen mit instagramm-Filter und Feld „Diese Flow gehört:…“ Süß, wie damals mit 11 beim Poesiealbum. Man könnte auch sagen infantil.

Auf Seite 5 wirft das Redaktionsteam seine Fängen aus. Astrid, Irene und Sinja stellen sich vor. Noch mehr instagrammte-Bilder, weichgezeichnet und leicht überbelichtet. Klare Ansagen auch, was flow will: „Eine Zeitschrift mit jeder Menge Erkenntnissen und Anregungen, die uns nicht belehrt und kein schlechtes Gewissen macht.“

Okay, da kann ich vom Anspruch her mitgehen. Noch eine Zeitschrift, die Frauen einredet was sie für ihre Schönheit, beruflichen Erfolg, den perfekten Mann und wohlerzogene Gören tun müssten, braucht es wirklich nicht.

Kommen wir nun zu den vier Rubriken des Magazins. Ein bißchen peinlich finde ich schon, dass hier krampfhaft bilingualisiert wird. Aber naja, vielleicht haben die Niederländer (dort wurde die Zeitschrift zuerst herausgebracht) ja ein entspannteres Verhältnis zum Englischen, ähnlich den nordischen Ländern? Für den Deutschen Markt wollte man wohl hip sein aber trotzdem auf Nummer sicher gehen, weswegen dann sowas bei rauskommt: „Feel connected – Ein Blick auf die Welt und die Menschen um uns“, „Live mindfully – Leben im Hier und Jetzt“; „Spoil yourself – Zeit für eine kleine Verwöhnpause“ und, und das finde ich fast schon wieder witzig, „Simplify your Life – Es muss gar nicht so kompliziert sein“. Das kennt doch jede Frau zwischen 25-60: „Frauen, die dieses Buch gekauft haben, lesen auch…“.

Dann kommt auch endlich der Leitartikel, in dem darüber philosophiert wird, das Zeit wichtiger als Geld sei, und man Glück nicht kaufen könne: „Warum wünsche ich mir von meinem Sohn nicht zum Geburtstag, eine Nacht mit ihm im Zelt zu schlafen? Wäre das nicht ein wirksameres Mittel gegen meine nagende Unzufriedenheit als die nächste neue Sonnenbrille oder die Antihaftschicht-Pfanne?“

Sohnemann freut sich bestimmt, wenn er als Anti-Unzufriedenheits-Mittel zum Zelten gezwungen wird, weil sich Mama Anti-Antihaftbeschicht-Pfannen-technisch selbst verwirklichen will.

Bloss gut, dass nach dem Artikel, übrigens gespickt mit verschwommenen, leicht überzeichneten, irgendwie instagrammigen, Bildern mit Polaroid-Rahmen, erstmal Konsumvorschläge kommen. Bestimmt macht ein „DIY-Stickset“ für 25,50 Euro auch happy, oder Whiteboard-Wandlasur für 170 Euro für 4,5 qm.

Auf der nächsten Seite übrigens, ganz neckisch, die tollsten Apps, um seinen Handy-Fotos „den WOW-Faktor“ zu verleihen. Da würd ich drauf vertrauen, dass die Redaktion da die richtigen ausgewählt hat, ich habs im Gefühl, das haben die ausführlich getestet…

Als nächstes werden drei „Künstlerinnen“ vorgestellt, die irgendwas machen, Blumen zeichnen, einen Film drehen, schöne verschwommene, farblich übersättigte Fotos von dem Gummistiefeln ihrer Kinder mit einem Polaroid-Rahmen versehen, wer mag da nicht an instagram denken?

Dann kommt der Beziehungsratgeber, und ich bin sooo froh dass es einen gibt. Was wäre eine Frauenzeitschrift ohne Beziehungsratschläge. Thema dieser Ausgabe: Statt sich zu trennen, könnte man ja einfach mal versuchen, zusammenzubleiben. Ich gehe sogar mit manchem konform, was da drinsteht: Nicht glauben, dass man den Anderen in und auswendig kennt, unabhängig bleiben. Allein, es wird euch nicht retten. Kein dreiseitiger Zeitschriftenartikel kann das.

Ich überspringe jetzt mal die Frau, die nach dem Burnout sich selbst wiederfand, indem sie aus Pappe und Wolle und anderem Zeugs eine Miniatur-Mäusehaus gebaut hat. Auch den Häkelartikel will ich am liebsten ganz schnell überspringen, aber ich bin schon mittendrin und Feuer und Flamme. Häkeln, dieser Inbegriff der modernen Spießigkeit. Kinderdecken, Puppen, Mützen, Tischdeckchen. Alles mit knallbunter Wolle, damits modern wirkt. Häkeln ist die zeitgenössische Version des Biedermeier, der Rückzug ins Private und das Vonsichweisen aller Verantwortung: „Wenn man mich fragt, wie man den Weltfrieden hinbekommen kann, dann sage ich: Alle schalten den Fernseher ab und häkeln.“ WTF? Seriously? Das muss wohl ungefähr der Weltansicht meiner häkelnden Groß-Groß-Groß-Großtante von Anno 1870 entsprechen. Meine Vorstellung wird bestätigt: „Ich denke, dass Häkeln im Moment so populär ist, weil wir uns alle ein bisschen nach vergangenen Zeiten sehen, als das Leben langsamer und bodenständiger war. (…) Kriege können wir in den Nachrichten aus der Nähe verfolgen. Das belastet. Wir wollen uns ein Stück einer anderen Zeit zurückerobern, zurück zu den süßen Erinnerungen an Omas selbst gebackene Plätzchen, handgemachte Decken, bestickte Laken…“ Buhu, ich will den blöden bösen Krieg nicht sehen, ich mach die Augen zu, Oma, wo bleibt mein Keks, damits mir wieder gut geht.

Ich habe null Respekt vor jemanden, der so denkt und sowas öffentlich äußert. Das kommt von einer Frau, die mit Mann und Kindern in einem Bauernhof in der Schweiz arbeitet und sich mit Haushalt und designern selbst verwirklichen darf. Was zum Teufel ist denn an ihrem Leben so furchtbar, dass Sie so eine Flucht in die Klischee-Vergangenheit beschreiben muss?

Zum Glück sind nicht alle häkelnden Frauen so. Eine andere, die vorgestellt wird, macht Gott Sei Dank, „wunderschöne Instagramm-Fotos“ von ihren gehäkelten Ergüssen.

Es folgt die nächste Rubrik, „Live mindfully“ und es geht wieder mit Konsumvorschlägen los. Anscheinend konsistenter Aufbau der einzelnen Teile. Was gibt’s: Bücher, Armreifen mexikanischer Kunsthandwerker, die von britischen Frauen mit Hinweis auf Fair Trade verkauft werden, ein Buch übers Sticken(!). Jetzt reichts bald!

Es folgt ein weiterer Leitartikel, angekündigt mit dem schönen Wort „Betrachtung“: Statt alles immer sofort auf Facebook und twitter zu posten, sollten wir schöne Momente einfach genießen. Okay, bin ich mit einverstanden. Illustriert ist der Artikel übrigens mit tollen instagrammigen Fotos von Schäfchenwolken.

Dann kommen die Gimmicks zum Rausnehmen, Geschenkpapierbögen und „Von Trulla für Uschi“-Aufkleber. Inwiefern sich die flow jetzt von anderen Zeitschriften wie Laura, Lisa und Co. uinterscheidet, ist mir unklar, außer dass die Aufkleber hier verschämt im Heft versteckt werden statt außen dran zu pappen – wahrscheinlich um die Assoziation zu diesen 60-Cent-Heftchen zu vermeiden.

Aber hey, es bedeutet das ich schon zur Hälfte durchs Heft durch bin. Uff, dann mal schnell weiter.

Nächster Artikel, von mir aus thematisch in Ordnung. Multitasking im Straßenverkehr kann zu Unfällen führen. Also am Steuer nicht telefonieren, sms schreiben, generell nicht aufs Handy gucken. Erzählt von einem Forscher, der die Leistungsfähigkeit der Leute getestet hat. Wissenschaft, abgehakt.

Danach stellt eine Buchhändlerin ihre fünf Lieblingsbücher vor. Geht auch okay für mich. Wenn man über Lektüre spricht, kommt man wenigstens selten dazu, Schwachsinn über den Zusammenhang von Weltfrieden und Häkeln zu spinnen.

Nächstes Thema: Die böse moderne Kommunikationstechnik macht uns unser Leben und unsere Beziehungen kaputt. Anstatt alles sofort zu wollen sollen wir uns in Geduld üben. Ich überfliege ihn nur noch, diesen pseudo-spirituellen Text mit Extra-Seite Denkanregungen zum Ausfüllen „…finde ich das irgendwie ………. Weil ……….“

Dann was zur Stressreduktion. Muss ich erwähnen, dass der Text mit farblich übersättigten Fotos von leicht verschwommenen Blumenblüten illustriert ist, bei denen ich irgendwie an instagram denken muss…

„Es ist als ob man eine Brille findet, durch die man besser sehen kann.“ Sinnsprüche zum Niederhäkeln…

Was gibt’s noch zu kaufen? Handgefertigte Schlafbrillen, Seidentücher, Pfifferlingspaté per Online Shop. Hach ist das alles belastend, ich häkel lieber noch ein bißchen zur Entspannung und wünsche mich zurück nach 1930, als es noch kein Fernsehen gab, in dem böse Kriege liefen und man die Frauen nicht von der Handarbeit erst noch per Zeitschrift überzeugen musste.

Umgeblättert und Schock! Noch mehr Kaufanregungen. Seitenweise. Unverhohlen. Mit Shop-URLs und Preisen. Papierkrams, Taschen, Party-Outfits, Beauty-Produkte. Da kommt die flow aber ganz schön Frauenzeitschriftenmäßig rüber auf den letzten Seiten. Wo doch kaufen gar nicht glücklich macht. Man den Dauer-Online-Stress meiden sollte. Selbstgemachtes zählt. Die Zeltübernachtung mit Sohnemann! Aber nicht ohne Mamas Faltencreme im Etsy-Kosmetikbeutel.

Dann wird zur Abwechslung mal wieder irgendeine Künstlerin vorgestellt, die in ihrem Atelier irgendwelche Postkartenillustrationen abmalt.

Dann noch ein Gimmick – romantisch bedrucktes Schreibpapier. Natürlich mit Rosa und Vögelchen. Aber ohne Instagramm-Look. Schade.

Weiter geht’s mit pseudo-philosophischen Denkanregungen: Würdest du zu einer guten Freundin so harsch sein wie zu dir selbst, wenn sie einen schweren Tag hinter sich hätte?

(Nur mal nebenbei, warum steht die Möglichkeit „ein guter Freund“ gar nicht zur Debatte? Kann man als Frau nicht von sich auf einen Mann schließen? Kann man es als flow-Leserin nicht? Ob das was mit dem Häkeln zu tun hat?)

Ich hab keine Lust mehr. Es kommen noch Backrezepte für knallbunte Süßigkeiten (knallbunt, damits nicht zu altbacken wirkt? Siehe modernes Häkeln), noch mehr Kauftipps, ein Artikel mit dem Titel „Das Glück des Einfachen“… Ihr könnt es euch vorstellen. Ich frage mich, ob das nicht die ersten vier Ausgaben der niederländischen Flow einfach zusammengepackt sind. Das Ganze wirkt so durcheinander gewürfelt. Hier Lebenshilfe, und da und da und da. Hier Künstlerinnenportrait und dort und dort dort…Das wirkt so belanglos. Und dann diese belanglosen Bilder. Erwähnte ich Instagram? Immer wieder wird sich auf Blogs bezogen. Aber warum kann man dann nicht gleich die Blogs lesen? Häkelblogs, Buchblogs, DIY-Blogs, DIY-Blogs in denen Künstlerinnen Mittte 40 auf dem Wege der Selbstverwirklichung vorgestellt werden, DIY-Blogs in denen glückliche Designer-Pärchen ihre schicke Eigentumsloftwohnung vorstellen.. Das ist ja auch eigentlich alles schon ein alter Hut. Der DIY-Blog-Stil, instagram-Bilder von bunten Keksen – das hats jetzt schon ins Holzmedium geschafft. Und ist dabei auch so völlig unkonkret. Auf 138 Seiten eine (!) Seite wo eine Anleitung gebracht wird, wie man selbst einen Stempel baut. Das wars. Das ist auch das einzig Gute am Häkelartikel: Es war keine Häkelanleitung darin!

Das die Zeitschrift unpolitisch ist, hatte ich schon dargelegt, und wie sauer es mich macht. Ich muss wieder auf den Häkelartikel zurück kommen, denn er ist so exemplarisch: Frauen, denen es nach objektiven Maßstäben total gut geht, philosophieren darüber dass sie alles haben aber unglücklich sind, und die Lösung ist dann, nicht mehr soviel zu kaufen (außer dieses total süüüße Hasenpuppe, die von einer Künstlerin selbstgemacht und in Eigenregie verkauft wird, die früher Bankerin war und sich jetzt mit ihrem Bastelladen selbstverwirklicht hat) und sich selbst zu behandeln wie eine gute Freundin. Haha, merkt ihr wie ich euch die Worte im Mund rumdrehe, ihr flow-Redakteurinnen, und euren Denkanstößen damit eine ganz andere Bedeutung gebe?

Ich muss jetzt aufhören. Ich habe gar keine Pointe mehr fürs Ende.

Ich gehe jetzt zu Buzzfeed. In zwei Jahren gibt’s das sicher auch als Zeitschrift. 50 irre Häkeldeckchen, die deinen Glauben an die Menschheit wieder herstellen werden. Ich bin bereit!

Advertisements

leistungsschutzrecht- wozu eigentlich? zusammenfassung der debatte vom 16.11.2009

gestern abend fand die diskussion zum geplanten leistungsschutzrecht für verlage im ifm statt, zu der axel springer konzerngeschäftsführer christoph keese, irights.info gründer matthias spielkamp und netzpolitik.org betreiber markus beckedahl zum diskutieren eingeladen waren.

da ich mich in den letzten monaten ausführlich mit dem urheberrecht beschäftigt habe, weil ich heute in meiner abschlussprüfung im fach publizistik darüber reden werde, dachte ich mir, was kann es inspirierenderes geben als zu hören, wie die experten über das thema sprechen.

die diskussionsrunde, so mein eindruck, spiegelte dann auch schön die generelle debatte zum thema urheberrechtsnovellierungen wieder, so wie ich sie in der literatur wahrgenommen habe. alle drei interessenvertreter waren im raum: ein paar frei journalisten (unter anderem eben herr spielkamp), vertreter vom axel-springer-verlag und der rest, der im urheberrecht als „nutzer“ zusammengefasst und wohl von herrn beckedahl vertreten werden sollte, wie er selbst vermutete. diese drei interessengruppen nehmen in der aktuellen urheberrechtsdebatte aber unterschiedliche machtpositionen ein, was sowohl in der sitzverteilung im saal als auch in den redebeiträgen sichtbar wurde. der gemeine blogger saß in der zweiten reihe, wahrscheinlich ging es den anderen so wie mir – wir fühlten uns dort einfach wohler, auch wenn es saft, cola, wasser und kekse nur für die herren und damen in der ersten reihe am tisch gab. der nachteil dieser sitzverteilung war nur, dass wortmeldungen teilweise übersehen wurden oder es gefühlte 15 minuten dauerte, bis jemand aus der hinteren reihe seine gedanken äußern durfte, unter anderem auch weil ein tischsitzer in der ersten reihe mit einer aussage das wort an sich riss, die in etwa dieser entprach: „ich geb das mikrofon jetzt mal nicht weiter sondern rede selber, weil ich es grad in der hand habe“. ein schwerer fall von mikrofon-gatekeeperitis und eine darstellung der aktuellen urheberrechtsdebatte: der nutzer hat es schwer gehört zu werden, während die verwerter über vergütungsmöglichkeiten debattieren. diese konstellation war wohl auch der grund, warum gegen die forderung, dass urheberrecht müsse ja noch viel mehr ausgeweitet werden, erfasse also noch vielzuwenig nutzungsarten, kaum protestiert werden konnte – außer von herrn spielkamp, der meiner meinung nach sehr souverän denkanstöße geben konnte.

und nun zum inhalt, was habe ich also gelernt aus der gestrigen diskussion?

erst mal fand ich es – entgegen meiner ausführungen oben – gut, dass herr keese als vertreter der verlage ordentlich zeit hatte, zu wort zu kommen. das leistungsschutzrecht befindet sich noch in einem extremen frühstadium der entwicklung – so früh, das eben, wie er selbst auch gesagt hat, noch nicht mal ein konkreter entwurf vorliegt. in diesem stadium macht es sinn, denjenigen, der für ein solches gesetz plädiert, ausführen zu lassen, was genau er sich davon erwartet und was er erreichen möchte. leider ist das wie zu erwarten nicht ganz klar geworden. herr keese sprach davon, dass die gewerbliche nutzung von inhalten unter das leistungsschutzrecht fallen solle, und nannte das beispiel eines zahnarztes, der mit einem artikel, z.b. von welt.de, kunden informieren wolle. mal ganz davon abgesehen, dass das urheberrecht in einem solchen fall genügend möglichkeiten bietet, eine solche handlung zu untersagen, bei genauem nachfragen wurde herr keese unsicher. es stellte sich nämlich die frage, wie genau er gewerbliche nutzung definieren wolle: muss sie einem kommerziellen zweck dienen oder geht es darum, ob sie in einem gewerblichen rahmen stattfindet, also zum beispiel auf einem dienstcomputer. wenn ich mich recht erinnere lautete die nachfrage konkret: wenn ich privat meinem kollegen von meinem arbeitsrechner aus einen link zu einem artikel der welt schicke, und fünf minuten später schickt ein anderer angestellter, dessen aufgabe es ist, arbeitsrelevante links zusammen zu stellen und zu verschicken, den selben link an die kollegen, wie will herr keese dann nachweisen, welche dieser beiden nutzungen gewerblich ist und welche nicht. und ist in diesem fall auch das versenden eines links eine urheberrechtlich relevante handlung?

am anfang der diskussion plädierte nämlich auch herr keese dafür, dass der link frei bleibenmüsse, nach diesr frage war er sich da gar nicht mehr so sicher.

und daran sehen wir den interessenunterschied zwischen verwertern und urhebern und nutzern: der verwerter allgemein, ich möchte hier auf keinen fall herrn keese direkt meinen, hat erstmal ein augenscheinlich begründetes interesse daran, beteiligt zu werden, wenn andere mit seinen inhalten geld verdienen, wie zum beispiel google, das texte (oder textteile) des verlages anzeigt und daneben werbung plaziert. das ärgert den verwerter und er fängt an darüber nachzudenken, wie er von diesen einnahmen etwas abbekommen kann. und da liegt der knackpunkt, denn wenn einmal eine handlung juristisch griffig formuliert ist („gewerbliche nutzung von texten“), dann ergeben sich auf einmal noch eine menge andere nutzungsmöglichkeiten, die auch darunter fallen könnten. und überall sieht der verwerter geld, geld das ihm in seinen bilanzen fehlt und das er gern verdienen möchte.

und dann geschieht genau das, was auch in einer wortmeldung zur sprache kam: der verwerter – in diesem fall wurde direkt herr keese angesprochen – macht sich unbeliebt, weil er anscheinend nicht selbst an einem bezahlmodell arbeitet sondern scheinbar passiv bleibt und ein neues gesetz fordert, dessen nutzen für die anderen interessengruppen nicht ersichtlich wird. und so kam dann auch mehrfach der vorschlag, springer solle doch seinen content im internet verkaufen anstatt verlorene einnahmen zu beklagen.

der unterschied zwischen leistungsschutzrecht und paid content liegt nämlich in der wahrnehmung dieser beiden systeme. beide machen nichts anderes, als für den zugang zu werken eine vergütung zu verlangen. bei paid content modellen muss jeder zahlen, der den text lesen will. zusätzlich kann man noch drm mit reinpacken und in den agbs nutzungsbedingungen festlegen wie „darf nur dreimal gelesen werden“, „darf nicht ausgedruckt oder verschickt werden“. beim leistungsschutzrecht soll der zugang vordergründig erstmal erhalten bleiben – die vergütung machen dann die firmen unter sich aus – der axel-springer-verlag und der oben genannte zahnarzt beispielsweise. paradox scheint, dass das erste modell die nutzungsmöglichkeiten für den privaten nutzer scheinbar viel stärker einschränkt, jedoch allgemein zustimmung findet. während der private nutzer von zweiten erstmal nicht betroffen zu sein scheint, stößt das modell leistungsschutzrecht dennoch auf (berechtigte) kritik, die von beckedahl und spielkamp auch geäußert wurde: die frage ist, was hat der nutzer davon, und was der journalist? eine frage, die ganz und gar nicht beantwortet wurde. was vorher nur ein diffuser eindruck war, der zu erster kritik am leistungsschutzrecht führte, nämlich dass es keinem anderen zweck diene, als das verlage damit geld verdienen, wurde in der diskussion mehr oder weniger bestätigt oder zugegeben: ja, wir brauchen das leistungsschutzrecht, weil wir gerade verluste einfahren und unsere geschäftsmodelle versagen.

und wo bleibt bei diesem gesetz der nutzer? urheberrechtsnovellierungen, die die position der industrie gegenüber den anderen interessenvertretern stärken, gab es in den letzten jahren schon einige. wer will kann ja die zusammenfassungen auf irights.info nachlesen. ein konsens der novellierungen ist: die rechte der nutzer sind bei der nutzung digitaler werke strengeren regelungen unterworfen als das bei analogen werken der fall ist. das leistungsschutzrecht zielt in die selbe kerbe. und auch bei der diskussion gestern abend war das so: die interessen der nutzer, die symbolisch in der zweiten reihe saßen, konnten einfach nicht genug geäußert werden. die konkrete kritik, die angebracht wurde, wird den verlagsvertretern im endeffekt nur nutzen. herr keese wird sich jetzt gut überlegen, wie er die gegen das leistungsschutzrecht vorgebrachten argumente demnächst entkräften kann. aber ansonsten habe ich nicht das gefühl, dass die debatte uns irgendwie weiter gebracht hat.

entdeckung des tages

für alle, die sich vor wichtigerem drücken mögen, habe ich heute dieses geile ding entdeckt: failblog.org

für mich ist es auch im täglichen leben immer ein kopfschütteln wert, wenn irgendjemandem der gesunde menschenverstand völlig abgeht, etwa so wie hier:

auf failblog.org: "schwimm-hinweis: das gesetz des staates minnesota verbietet strikt das rauchen unter wasser"

auf failblog.org: "schwimm-hinweis: das gesetz des staates minnesota verbietet strikt das rauchen unter wasser"

beispiele dafür gibts auf dem failblog ohne ende, die menschliche dummheit kennt eben keine grenzen.

eine seite im stil der lolcatz, und ihnen absolut ebenbürtig!

netzneutralität

bei netzpolitik.org findet sich ein artikel, der logisch erklärt, was netzneutralität ist und einleuchtend darstellt, warum sie so wichtig ist. wurde geschrieben, um verbreitet zu werden, also bitteschön:

Auf EU-Ebene geht die Debatte um das Telekom-Paket in entscheidende Verlängerung der dritten Lesung. Zusammen mit La Quadrature du Net aus Frankreich starten wir die finale Runde für ein EU-weites Lobbying zum Erhalt der Netzneutralität und gegen Internetsperrungen. Dies ist eine Übersetzung eines Aufschlages von La Quadrature du Net: It is crucial to save Net Neutrality!

Es ist wichtig, die Netzneutralität zu erhalten

„Netzneutralität“ – dieses leicht obskure wie auch simple Konzept ist die Wurzel für die Entwicklung des Internets in der Form, wie wir es kennen. Der digitale Bereich, in dem wir leben und arbeiten, garantiert Wettbewerb, Innovation und viele Grundfreiheiten. Bis vor kurzen war Netzneutralität aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nur eine Leitlinie. Seit neustem jedoch bedrohen Netzbetreiber dieses ungeschriebene Prinzip, weil sie in der ungleichen Behandlung von Information wirtschaftliche Vorteile sehen, die durch ihre Netzwerke geleitetet werden. Daher ist es wichtig, die dritte Lesung der „Telekom-Paket“-Richtlinien als eine einmalige Gelegenheit zu begreifen, um wichtige Maßnahmen für ein freies, offenes und innovatives Internet innerhalb der EU durchzusetzen.

Was ist Netzneutralität?

Wenn ein Brief verschicken wird, so können wir mit Recht davon ausgehen, dass der Postdienst diesen Brief nicht öffnet, um abhängig vom Inhalt oder Absender zu entscheiden, was damit passieren soll. Er wird nur dafür bezahlt, den besagten Brief zu übermitteln, sonst nichts. Man bezeichnet daher unsere heutiges Postsystem als neutral. Dies gilt gleichermaßen für das Internet: Wenn alles gleich behandelt wird, bezüglich des Absenders, Empfängers oder dem Informationinhaltes, dann ist das Internet neutral. Der Netzbetreiber darf weder darüber bestimmen, welche Dienste oder Programme genutzt werden dürfen, noch darf er bestimmte Informationen bevorzugt gegenüber anderen Informationsströmen behandeln. Dank diesem Prinzip hat jeder auf der Welt, unabhängig vom Netzbetreiber, Zugang zu ein und dem selben Internet.

Warum brauchen wir Netzneutralität?

1. Wettbewerb:

Wenn ein Internetdienstanbieter die Netzneutralität von Netzwerken verletzt, so kann er ganz einfach seine eigenen Dienste bevorzugt gegenüber seinen Mitstreitern behandeln: In Frankreich und Deutschland zum Beispiel verbieten die größten Netzbetreiber die Nutzung ihres sogenannten „Mobilen Internets“ für Voice-Over-IP-Software (einschließlich Skype). Damit zwingen sie ihre Nutzer die teureren Telefontarife für lokale und internationale Gespräche zu benutzen. Der Nutzer hat keine Möglichkeit zu einem anderen Netzbetreiber zu wechseln, weil nämlich die großen Netzbetreiber alle die gleichen Geschäftspolitik betreiben. Diese Praktiken sind stark wettbewerbshemmend und beeinträchtigen den Kunden, das wirtschaftliche Wachstum und die Innovationskraft.

2. Innovation:

Bisweilen ist das Internet ein Produkt der Internetnutzer. „Zwei Typen in einer Garage“ bauten Myriaden von mikroskopischen Projekten auf oder gründeten Unternehmen, die sich bald als „the next big thing“ herausstellten. Google, Wikipedia, Skype, eBay, Bittorrent, Twitter und viele weitere essentielle Bestandteile des heutigen Internets wurden innerhalb weniger Monate nach ihrer Erschaffung weltweit massenhaft genutzt. Diese Innovation ohne Erlaubnis ist stimulierend und gesund. Die ganze Wirtschaft profitiert davon. Was wäre, wenn der nächste innovative Erfinder jeden Netzbetreiber fragen müsste, ob er die Netze benutzen darf oder einen Beitrag für eine normale Behandlung seiner Datenflüsse bezahlen muss? Denn ein langsamer Datenverkehr würde seine Erfindung hinfällig machen. Einige Netzbetreiber träumen von solch einer Situation, in der sie re-zentralisieren und das Netz kontrollieren können.

3. Grundrechte und Freiheit:

„Artikel 11 der Bürger- und Menschenrechtserklärung aus dem Jahre 1789 proklamiert: ‘Die freie Äußerung von Meinungen und Gedanken ist eines der kostbarsten Menschenrechte; jeder Bürger kann also frei reden, schreiben und drucken, vorbehaltlich seiner Verantwortlichkeit für den Missbrauch dieser Freiheit in den durch das Gesetz bestimmten Fällen.’“

Heute impliziert die freie Äußerung von Meinungen und Gedanken in Anbetracht der generellen Entwicklung öffentlicher Kommunikation im Internet einen freien Zugang zu den Internetdiensten. Das Verfassungsgericht, die höchste richterliche Instanz in Frankreich, veröffentlichte diese Erklärung, und bestätigten damit die Aussagen, die das Europäische Parlament in verschiedenen Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht hat.

Das Internet ist ein wichtiges Instrument, um die freie Äußerung von Meinungen und Gedanken auszuüben. Dies ist wiederum wichtig für das richtige Funktionieren unserer Demokratie. Blogs, Mikro-Blogs, soziale Netzwerke und Chats stellen Möglichkeiten dar, um an der öffentlichen Debatte teilzunehmen. In einer Demokratie ist es nur den Richtern gestattet, die Grundrechte einzuschränken, so z.B. die Redefreiheit. Was wäre, wenn die Kontrolle dieser neuen Instrumente an Unternehmen weitergegeben wird, die rein aus Profit-Interesse handeln?

Warum ist Netzneutralität ist in Gefahr?

Das Internet wächst beständig. Bis jetzt war es so, dass sobald die Datenleitungen ein gewisses Limit erreicht haben, die Netzbetreiber in der Konsequenz weiter in Bandbreite investiert und das Potential der globalen Infrastrukturen, also das Internet, vergrößert haben. Mit den neuen lukrativen und wettbewerbshemmenden Praktiken können Netzbetreiber zu einem neuen Geschäftsmodell übergehen: Mehr Investitionen in die Kontrolle von Datenströmen und dafür weniger Investitionen für die Verbesserung der Netzwerke. Dieses Modell würde perfekte Bedingungen für die Selbstrechtfertigung dieser Politik liefern: „Das Internet ist so langsam geworden, so dass wir gezwungen sind, Inhalte, Dienste und Programme zu kontrollieren und zu priorisieren, dessen Inhaber bereit sind, diese Mehrkosten zu bezahlen.“ Diese Argumente wie auch die Drohung vom „Ende des Internet“ sind benutzt worden, um Mitglieder des Europäischen Parlaments davon zu überzeugen, in der zweiten Lesung des Telekom-Paketes Netzneutralität zu streichen, ohne jedoch einer technischen Realität gegenüber zu stehen. Nach wie vor erlauben günstigere Bandbreite und ein vernünftiges Netzwerkmanagament das Wachstum von Netzwerken, basierend auf strukturellen Investitionen.

Wie wir Netzneutralität schützen können:

Bei der Revision des „Telekom-Paketes“, welcher den Telekommunikationsmarkt in der EU regulieren soll, betreibt der US-Netzbetreiber AT&T eine heftige Kampagne gegen die Netzneutralität. Sie waren damit sehr erfolgreich und erreichten, dass viele Gesetzesänderungen, die ihren Wünschen entsprachen, in der zweiten Lesung eine Mehrheit fanden. Doch ein Änderungsantrag, der die Grundrechte und Freiheiten der Nutzer schützt, blockiert momentan das Telekom-Paket als Ganzes. Es handelt sich um den Änderungsantrag 138. Das Paket wird sehr wahrscheinlich in einer dritten und letzten Lesung im Herbst nochmal behandelt werden. Während einer Beratungsphase werden das Europäische Parlament und der EU-Rat über die einzelnen Änderungen im Text verhandeln. Die europäischen Bürger werden dann eine entscheidende Möglichkeit haben, auf diese Debatte Einfluss zu nehmen, um ihre Rechte und das Internet zu schützen:

    Ruf deine gewählten EU-Abgeordneten an und informiere sie über die große Bedeutung der Erhaltung von Netzneutralität. Frage sie auch, ob du andere Kollegen ihrer Partei oder Fraktion beraten kannst.
    Sobald auf EU-Ebene der Vermittlungsausschuss aufgestellt ist, muss sichergestellt werden, dass alle Mitglieder vollkommen informiert sind und sie sich im Prinzip für die Erhaltung von Netzneutralität einsetzen werden.
    Spreche, blogge und twitter darüber. Man kann auch Journalisten ansprechen und über das Thema informieren.
    Wenn dein Netzbetreiber gegen die Prinzipien der Netzneutralität verstößt, versuche seine Praktiken öffentlich zu denunzieren, bevor du zu einem anderen Netzbetreiber wechselst.
    Folge den angehenden Kampagnen für weitere Ratschläge zur aktiven Beteiligung.

Wenn wir jetzt nicht handeln, könnten wenige Netzbetreiber die Kontrolle über das ganze Internet erlangen und diese fantastische Erfindung, die das Teilen von menschlichen Wissen seit dem Druckmedien ermöglicht, in ihren Traum von einem „Geldesel“ umwandeln. Sollten sie erfolgreich sein bei der Durchsetzung vom „Fernsehen 2.0“, dann könnten Wettbewerb, Innovation und fundamentale Freiheiten ihrer Kontrolle unterliegen und als eine utopische Idee der Vergangenheit angehören.

Macht mit!

Michael Jacksons Tod im web2.0

heute früh bemerkte ein geliebter nahestehender mensch bei der zeitungslektüre schlau: Michael Jacksons Tod ist der erste tod einer ikone, über den man nicht nur in den zeitungen lesen kann.

als Lady Di 1997 starb, gab es zwar schon das internet, aber den begriff web2.0 kannte keiner, und die damit verbundenen charakteristika auch nicht. bürgerjournalismus gab es nur handgemacht auf papier, weblogs und twitter waren unbeschriebene blätter, selbst handies waren unpopulär, weil globig und teuer, smse wunrden kaum geschrieben. Michael Jackson ist der erste Star, der im informationszeitalter starb. neben zig blogeinträgen, kurznachrichten und twittereien zum thema gibt es auch ein paar gute texte, die sich mit dem Phänomen dahinter beschäftigen. xifan yang beschreibt auf jetzt.de, welche rolle die neuen medien für sie bei bekanntmachung und verbreitung des ereignisses spielten. wunderbar deutlich zeigt ahnungslos.ch statistiken und tag clouds zum thema. da wird unter anderem klar, warum man bürgerjournalismus nachsagt, er zeige die interessen der masse (der internetnutzer) deutlicher als traditionelle medienberichte. In den google hot trends taucht auf platz 22 „aaliyah death date“ auf. es könnte sein, dass viele menschen beim diskutieren des themas sich an den plötzlichen tod der r’n’b sängerin Aaliyah (sie kam bei einem flugzeugabsturz ums leben) vor 8 jahren erinnert haben. hierzulande ist Aaliyah glaube ich nicht sehr bekannt, in den usa ist das anders. zu ihrer zeit gab es noch halbsweg vernünftiges mtv, und damalshabe ich es auch manchmal noch geschaut. mein persönlicher eindruck damals war, dass sie schon so eine art von ikone für das schwarze amerika war, zumindest wurde nach ihren tod öffentlich und offen getrauert, das wurde in tributes bei mtv-awards und in interviews mit anderen künstlern deutlich. es ist also vielleicht gar nicht so überraschend, dass viele leute an ihren tod erinnert wurden. auf platz 15 der suchanfragen geht es um Elvis‚ tod. professionellen journalisten wird im zusammenhang mit bürgerjournalismus oft vorgeworfen, sie würden ihr publikum nicht kennen, wüssten nicht was es bewegt. Elvis mögen viele redakteure in ihren nachrichtenartikel oder fernsehbeiträgen zu Jacksons tod erwähnt haben. ob Aaliyah auch vorkam, möchte ich bezweifeln.

doch auch wenn nicht jeder internetnutzer einen blog führt oder über seine gefühle twittern mag, also produzent von informationenist, fast alle tun weiterhin eins: konsumieren. und auch damit lassen sich statistiken zu einstellungen generieren. bei gulli steht zusammengefasst, wie und wo Michael Jacksons Platten posthum die Charts stürmen. Auch das ist eine Art, gesellschaftliche Relevanz zu messen.