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3D-Brillen im Kino

Zugegeben, die 3D-Darstellung war recht gut. Hat schon Spass gemacht. Aber alles was sonst noch so zum Kino-„Erlebnis“ gehörte, passt in die Kategorie „Dinge, die die Welt nicht braucht.“

Ich bin also im Urlaub in der Provinz und will mit der Kurzen ins Kino gehen, Shrek 3 möchte sie sehen. Na gut, dachte ich mir, besser wir machen es hier als in Berlin, in der Pampa ists bestimmt billiger. Denkste! Der erste Hammer ist, dass es bei 3D-Filmen keinen Rabatt für Studenten/Rentner etc. gibt. Stuenten gelten ja als „temporär arm“, d.h. man nimmt inKauf, dass sie während ihrer Ausbildung mit weniger als 60% des Durchschnittseinkommens auskommen, da ihre finanzielle situation ja eben temporär, nur für einen begrenzten Zeitraum dürftig ist. Arm sind auch Hartz-IV-Empfänger, aber wie lange weiß keiner. Für solche Leute gibt es Extra-Rabatte, damit sie trotzdem am kulturellen Angebot teilnehmen können. 3D-Kino gehört wohl aber nicht zur Grundversorgung, das ist nur was für Voll Zahlende. Und Hartz-IV-Empfänger brauchen nicht mit ihren Kindenr in 3D-Filme? Damit die Kinder dann in der Schule richtig schön ausgegrenzt werden? Diese ganze Debatte um die Gerechtigkeit von Hartz-IV, besonders den Sätzen für Kinder –  ich wünschte sie würde nicht mehr abflauen.

Aber nun ja, den ganzen Tag haben wir uns aufs Kino gefreut, und ich bin ja auch nur temporär arm, da sag ich ja nicht an der Kasse plötzlich „Wir gehen wieder“. Habe ich also 8 statt 7 euro bezahlt (7 Euro ermäßigt ist auch ganz schön viel) und habe das 12-jährige Kind als“Kind unter 12″ reingeschmuggelt.

Der Hammer war aber die Sache mit den Brillen. Die mussten wir KAUFEN, und zwar für einen Euro das Stück. Im allerschönsten Neusprech wurde das aber auf demTicket nicht als Kauf, sondern als Servicegebühr verschleiert.

„Beim nächsten Mal müssen sie die wieder mitbringen, sonst müssen sie die Servicegebühr nochmal zahlen!“

Ich brachte meine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass man die Dinger kaufen muss. Die Verkäuferin zuckt mit den Schultern. Sie hat anscheinend extra ne Brillen-Servicevergebührungsschulung bekommen, denn sie informiert mich weiterhin:

„Die Brillen funktionieren aber auch nicht in anderen Kinos.“

Und da wars bei mir echt vorbei.

„Moment mal, wir müssen die Brillen kaufen, sollen sie hier wiederverwenden, aber woanders funktionieren die nicht?“

„Nein, weil die Technik in anderen Kinos nicht die Selbe ist! Die benutzen halt andere Systeme, da funktionieren die nicht!“

Ich hab darauf mein Bestes versucht: „Naja, wissen Sie, wir sind nicht von hier, wir werden hier bestimmt nicht nochmal ins 3d-Kino kommen. Können wir die Brillen nicht einfach leihen und nach dem Film wieder abgeben?“

„Nein, das geht nicht, sie müssen die Brillen schon kaufen!“

Nur im nachhinein kann ich mich freuen, dass sie kaufen gesagt hat, was sie doch anscheinend vermeiden soll.

Müßig darauf hinzuweisen, dass die Brillen nicht gerade sehr bequem waren, und das Kind meinte, in ihrem Kino wären die viel besser, und die Filme würden auch weniger kosten. Und das Popcorn auch.

Ich glaub der Frau jedenfalls kein Wort. Dazu bin ich kapitalismus-genervt genug, um das was die mir erzählt hat für ne Verschwörungstheorie der Kinoindustrie zu halten. Die Brillen funktionieren nicht in anderen Kinos, weil die andere Techniken verwenden? So’n Blödsinn. Ist das olle Provinzkino in dem wir waren das Einzige, was auf ganz andere Weise funktioniert als alle anderen? Kriegen die von allen Verleihern ne Extra-Kopie aller Filme, die nur in ihrem Kino, und mit ihren Brillen funktioniert?

Niemals. ich glaube eher, die wollen die Leute an ihr Kino binden, oder versuchen, dem depperten Kinobesucher in jedem Haus ne neue Brille zu verticken.

Und ich glaube auch nicht, dass die kleinen Kinos selbst sich sowas ausdenken. Die gehören doch auch nur zu irgendwelchen Ketten, die die Mitarbeiter dazu zwingen, sowas zu sagen. So wie man in der Post immer nach nem Konto gefragt wird und bei McPaper, ob man noch nen Kuli zum Papier dazu will.

Tja, wie gesagt, die 3D-Effekte waren schon gut. Man hat schon auch gemerkt, dass die Macher nicht gedacht haben, wie haben da den Film, den machen wir jetzt in 3D, sondern es gab schon spezielle Szenen da wollten die mal zeigen, wie gut 3D aussehen kann. (Hat zwar Hitchcock schon in Bei Anruf Mord alles vorgemacht – obwohl der Film dann später doch nicht 3D wurde – aber das steht auf einem anderen Blatt). Fest steht jedenfalls, wenn die Lütte nächste Woche wieter Ferien bei mir macht, werde ich ihr wohl nicht die Filmwünsche erfüllen, die sie noch so geäußert hat: Toy Story 3 (auch 3D), Karate Kid, Freche Mädchen 2 und was Kinder sonst  noch so im Kino an Trailern vorgesetzt bekommen. Aber vielleicht gehe ich mal mit ihr ins Freiluftkino, das hat sowieso viel mehr Atmosphäre.

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werbephilosophieren II – nervigererererererererer

wenig finde ich im moment so penetrant wie den mit paypal-werbung vollgekleisterten bahnsteig der u2 am alexanderplatz. auf jedem hintergleisplakat, von jeder stützsäule sowie von diversen fußmatten schreit mich weiße schrift auf blauem grund an. dabei haben gefühlte 20 verschiedene werbesprüche immer die gleiche aussage: paypal ist sicherererer(erererer). dabei muss man erstmal so dreist/faul/die leute für so dumm haltend sein, dass man denkt, man kann auf jedem plakat den selben witz bringen – eben den mit den vielen er. paypal sei eben sicherererer heißt es. sicherer als was? sicherererer als der tüv steht auf einem werbeplakat. da kann man ja nur hoffen, dass damit nicht das tüv-siegel gemeint ist, dass zum beispiel dem portal schülervz hohe sicherheitsstandards bescheinigt. mit der sicherheit ist esdort nämlich nicht so weit her, wie wir diese woche erneut lernen mussten.

der gemeine internetsurfer kennt paypal wohl am ehesten als zahlungsmethode bei ebay. dort stellt paypal den anspruch, das geld der käufer treuhänderisch zu verwalten, bis dieser seinen artikel erhalten hat.es sei also so eine art schutz vor betrügerischen verkäufern, die verkaufte artikel nicht verschicken. ich will gar nicht leugnen, dass es sowas nicht gibt. für mich selbst muss ich aber sagen, dass sich dieses problem bisher noch nicht gestellt hat. ich kaufe und verkaufe bei ebay seit nunmehr über acht jahren mehr oder weniger regelmäßig. genervt bin ich bei ebay relativ häufig, aber nicht erhaltene ware war noch nie ein problem. eher hat man es mit leuten zu tun, die sachen ersteigern und dann nicht bezahlen. da kann auch paypal nicht vor schützen, und auch ebay selbst unternimmt nichts dagegen. es bleibt für mich als verkäufer nur eine möglichkeit, dagegen vorzugehen. ich muss bei ebay einen „fall öffnen“ und dann abwarten, ob das geld doch noch kommt. tut es das nicht, passiert nichts, außer dass ich die verkaufsprovision zurück bekomme. dann muss ich den artikel neu einstellen, ob ich ihn wieder verkaufe und wenn ja, für welchen betrag, ist unklar. bezahlt der käufer doch noch verspätet, kann ich ihn noch nicht mal als „neutral“ bewerten. ebay lässt für verkäufer nur die bewertungsmöglichkeit „positiv“ zu. wenns probleme gab, müssen die dann im bewertungstext in 80 zeichen dargelegt werden und das wars. deshalb kleiner tipp am rande: vorm kaufen immer schön die bewertungen lesen, auch wenn erstmal alle positiv erscheinen. der teufel steckt manchmal im detail.

wäre ich eine große handelskette, wäre es mir wohl egal, wieviel stress der käufer gemacht hat. für mich zählte nur der gewinn, und ich könnte hoffen, dass der käufer sich beim nächsten mal wieder für meinen laden entscheidet. als privathändler bei ebay sehe ich das aber etwas anderes. da will ich qualität statt quantität. ich möchte zufriedene kunden, die den wert meiner ware zu schätzen wissen und mit denen es angenehm ist, geschäfte zu machen. das ganze ist ein hobby, und ein solches sollte vor allem spass machen. oder anders gesagt: ich will geld für mein zeugs, und ich möchte, dass der käufer sich drüber freut. wenn das nicht klappt, kann ich nur den nickname aus meinem käuferkreis ausschließen. (wenn der käufer sich unter anderem namen neu anmeldet, beginnt das spiel von neuem.) das finde ich eher unsicher.paypals aggressive werbung (und wer sie in besagter räumlichkeit gesehen hat, versteht sicher, dass ich das aggressiv finde) macht mich da nur wütend.

sicher hat paypal auch gute seiten. man kann damit beispielsweise kostenfrei geld ins ausland überweisen, auch in länder, die nicht zur eurozone gehören. das ist praktisch, wenn man mal bei ebay.co.uk oder ebay.com einkauft. oder für leute aus dem ausland, die bei deutschen händlern einkaufen. innerhalb deutschlands ist eine überweisung besser, den mit paypal entstehen dem empfänger der zahlung (also dem ebay-verkäufer) unnötige kosten – dei man mit einer einfachen überweisung vermeiden kann. umso schlimmer, das ebay mitglieder, die weniger als 50 bewertungen haben, zwingt, paypal als zahlungsmethode anzugeben. angeblich geschieht das eben aus dem grund, um den sich der irre supersupersuperlativ der werbung dreht – es sei sicherer. aber der wirkliche grund dafür wird klar, wenn man weiß, dass die firma paypal ebay gehört: ebay versucht anscheinend so, nicht nur an den verkaufsprovisionen, sondern auch noch an der zahlung zu verdienen. fehlt nur noch, dass ebay ein eigenes logistikunternehmen gründet und seine verkäufer zwingen will, darüber die ware zu verschicken. daher mein zweiter tipp für neue ebay-mitglieder: erstmal schön fünfzig sachen kaufen und dann mit dem verkaufen anfangen, dann muss man paypal nicht mehr als zahlungsmethode angeben.

das alles geht mir durch den kopf, wenn ich auf meine bahn warte. deshalb steht mein lange gefasster entschluss so fest wie noch nie: ich werde mich nicht bei paypal anmelden. you’re not my pal, eh!

UPDATE: hier gibts Fotos!

vokabular schwach

Schriftsteller Ze Do Rock, Foto auf welthungerhilfe.de

der schriftsteller Ze Do Rock, foto auf welthungerhilfe.de

ein kleiner hinweis an politiker, journalisten und konsorten:

menschen, die laut who unter der armutsgrenze leben, z.b. hartz-v-empfänger, beschreibt man nicht mit dem begriff „sozial schwach„. denn das würde unterstellen, dass alle armen menschen unsozial, faul und gesellschaftlich nicht engagiert sind. auch wenn das in der politik und in den medien oft der fall ist, es ist einfach falsch!warum kann man nicht einfach das kind beim namen nennen und „finanziell schwach“ benutzen?

schufa, was geht?

momentan bin ich auf wohnungssuche. erst musste ich mir ein paar verranzte buden ansehen, die von den vermietern in den anzeigen ziemlich frech als ganz gut beschrieben waren (kein vermieter würde freilich in eine wohnung mit schimmel in der küche einziehen, aber ein dummer, der einzieht findet sich immer). dann hatte ich doch tatsächlich mal das glück, eine gute zu erwischen (ein extra eintrag zu meiner neuen bad-flat-theorie folgt). leider kann man sich heutzutage nicht mehr einfach nur bei der hausverwaltung vorstellen, stattdessen wollen die gleich erstmal mehrere papiere von einem haben. standard sind inzwischen:

– die letzten drei einkommensnachweise

– eine aktuelle mietschuldenfreiheit

– eine aktuelle schufa-auskunft

die ersten beiden dienen dazu, zu beweisen dass ich

1) in den letzten drei monaten geld verdient habe (oder seit mindestens drei monaten einen job habe)

und

2) das sauer verdiente geld auch wirklich dafür genutzt habe, die miete zu bezahlen.

Ich finde allein diese anforderungen schon „doppelt gemoppelt“, wie man so schön sagt. denn eigentlich würde eine mietschuldenfreiheit mehr als ausreichend sein. aber der vermieter will ja nicht nur wissen, dass ich bis jetzt meine miete immer gezahlt habe, der einkommensnachweis dient ihm sozusagen als bestätigung dafür, dass ich auch in zukunft das geld aufbringen kann. ob ich nicht morgen betriebsbedingt gekündigt werde, das werde ich ihm allerdings niemals garantieren können, also sind die einkommensnachweise meines erachtens hinfällig. und statt einer mietschuldenfreiheit müsstens doch eigentlich auch drei kontoauszüge tun, oder?

aber das nervigste kommt noch: die aktuelle schufa-auskunft. die kostet nämlich geld: 7,80 € kostet die sogenannte „schufa-verbraucherauskunft“, die einem per post zugeschickt wird.

auf der webseite der schufa habe ich allerdings noch von einem anderen angebot gelesen: für 15,60 € kann man sich bei der schufa online registrieren lassen und hat dann unbegrenzten zugriff auf seine eigenen daten. soll heißen ich kann auch mal gucken, was die schufa noch so alles über mich weiß, in der „schufa-verbraucherauskunft“ sind ja nicht alle daten aufgelistet, es steht im prinzip nur drin ob man schulden hat oder nicht. eine verbraucherauskunft in papierform kostet für ein registriertes mitglied etwas weniger (ich glaube es waren so 3,60 €, den genaues preis kann ich jetzt gerade auf der webseite nicht finden. wenn man auf der übersichtsseite „meine schufa“ auf „weitere informationen“ klickt, landet man wo? – immer wieder auf der übersichtsseite.). ich dachte mir, das würde sich für mich lohnen, vielleicht brauche ich ja öfter mal so eine verbraucherauskunft, denn

– wer weiß, ob die hausverwaltung nicht wert darauf legt, das ding im original zu behalten

– wer weiß, ob sich auch diese wohnung nicht als mist herausstellt, oder ich aus einem anderen grund (beruf, familie – es gebe genügend) nicht bald wieder umziehen muss

– wer weiß, für welchen scheiß sich noch leute demnächst ausdenken, dass ohne schufa-auskunft nichts läuft.

als netzaffiner mensch ist man ja mit den üblichen registrierungsprozessen bekannt: nix eingeben wo kein sternchen davor steht (was also nicht zwingend notwendig ist, niemand braucht drei telefonnummern unter denen ich zu erreichen bin), aufpassen, das nicht automatisch häkchen gesetzt werden bei „ich abonniere euren täglich newsletter“ oder „ich stimme der  weitergabe meiner daten an dritte zu“, usw.

so dachte ich, kann esalso los gehen, denn auf der übersichtsseite steht:

„Wie kaum ein anderes Unternehmen legt die SCHUFA Ihnen in kürzester Zeit sämtliche Daten offen“

denkste. am letzten donnerstag habe ich mit der hausverwaltung telefoniert, da wurde mir mitgeteilt, dass sie unter anderem eine schufa-auskunft bräuchten, wenn ich mich für die wohnung bewerben will. sofort nach dem telefonat bin ich auf meineschufa.de gegangen um diese auskunft zu beantragen. nachdem ich mich über das oben beschriebene angebot mit der registrierung informiert und mich dafür entschlossen hatte, gab ich all meine daten ein. und dann kam folgendes:

ich bekam eine email mit unter anderem diesem inhalt:

„Aus Sicherheitsgründen setzen wir das Postident-Verfahren ein, um zu vermeiden, dass sich jemand unberechtigt unter Ihrem Namen anmelden kann.

Ihren Zugang zu www.meineSCHUFA.de können wir erst dann freischalten, wenn Sie sich persönlich über Postident in einer Postfiliale identifiziert haben. Wir werden Sie sofort per E-Mail informieren, sobald Ihr Zugang freigeschaltet wurde.“

zugeschickt wurde mir ein pdf mit meinem namen und geburtsdatum und einem barcode, mit diesem und meinem ausweis sollte ich mich persönlich bei der post identifizieren lassen. das hat mich angestunken, weil ich grippe hatte und nicht fit genug war, da hin zu latschen. außerdem habe ich erst ein paar wenige wochen vorher erfahren, dass die post auch nicht mehr das ist was sie mal war. ich soll mich also von einer verkäuferin im schreibwaren-geschäft beglaubigen lassen. sorry, aber großes vertrauen hege ich in ein solches verfahren zur bestätigung meiner identität nicht. werden denn die mitarbeiter dafür geschult?

am freitag schleppte ich mich also zur nächsten „postfiliale“ und ließ mir meine identität bestätigen. wie es danach weiter gehen sollte, wie lange es dauern würde bis ich post von der schufa bekommen würde, ob ich mich jetzt direkt schon da anmelden können würde, als das konnte man mir am schalter dann auch tatsächlich nicht sagen. Ich ging nach hause und probierte es aus – es ging nichts.

„Ihren Zugang zu www.meineSCHUFA.de können wir erst dann freischalten, wenn Sie sich persönlich über Postident in einer Postfiliale identifiziert haben. Wir werden Sie sofort per E-Mail informieren, sobald Ihr Zugang freigeschaltet wurde.“

ach richtig, so lief das. heute, vier tage später (es ist dienstag), kam die email, mit der mir bestätigt wurde, das meine identität bestätigt wurde. prima dachte ich, jetzt kann ich endlich die verbraucherauskunft beantragen, die ich schon seit donnerstag haben will. ich versuchte, mich mit meinem benutzernamen und passwort einzulogen. ich kam nicht viel weiter als sonst. jetzt hänge ich an der nächsten seite fest, auf der ich meine „Zugangskoordinaten“ und meinen „Zugangscode“ eingeben soll, die ich auf meiner „persönliche(n) SCHUFA-XSCard“ finde, welche mir per post zugeschickt wird.

auf den brief warte ich noch. heute kam er nicht. vielleicht ja morgen. morgen ist mittwoch. dann ist es fast eine woche her, das ich mit der hausverwaltung wegen der bewerbung gesprochen habe. dann wollte ich spätestens meine unterlagen dort vorbeigebracht haben, weil ich danach für ein paar tage wegfahre. man kann nicht behaupten, ich hätte meine abwesenheit nicht einplant und mich nicht rechtzeitig um alles gekümmert. ich dachte, eine ganze woche würde reichen, um den papierkram zu erledigen.

den papierkram zu erledigen für eine wohnung, von der doch noch nicht mal sicher ist, ob ich sie kriege. sie liegt ja nur im prenzlberg, wo die leute sich erfahrungsgemäß um wohnungen reißen, und wo der vermieter sicherlich nicht extra für mich zwei wochen länger auf die papiere wartet.

warten heißt es jedoch weiterhin für mich. warten, bis der brief von der schufa kommt, der meine blöde karte enthält, mit der ich mich anmelden kann. nachdem ich das getan habe, muss ich dann die verbraucherauskunft bestellen, dann warten, bis meine bestellung bearbeitet wird, dann warten dass die auskunft mir per post zugeschickt wird. klingt für mich so, als dauert das ganze noch mindestens eine weitere woche.

also schufa, was ist mit der kürzesten Zeit, in der mir alles offengelegt wird? geht das nicht vielleicht noch ein bißchen schneller. es ist ja auch nicht so, dass ihr eine lahmarschige behörde seit, der die nöte und sorgen des einfachen bürgers am arsch vorbeigeht. tatsächlich seit ihr ein privatwirtschaftliches unternehmen, das dienstleistungen für kunden anbietet. und ich ZAHLE für diese dienstleistung sogar!

ich kann nur allen raten, die sich mit dem gedanken an einen umzug tragen, fangt schon mal an die schufa-auskunft zu beantragen. ihr braucht sie auf jeden fall (die hausverwaltungen machens nicht mehr ohne), und es kostet zeit und nerven. ich bin stinksauer!

sparst du schon?

neulich beim irgendwo rumsitzen habe ich die aktuelle ausgabe der freundin in die finger bekommen und mal durchgeblättert. ehrlich gesagt sprach mich das groß auf dem cover angekündigte „special“ an:

besser leben – weniger ausgeben!

mode, kultur, auto, wohnen … 66 überraschende tipps, um jetzt clever zu sparen

was dann an tipps kam, hat mich allerdings nur zum kopfschütteln gebracht. ein paar highlights, an die ich mich noch erinnern kann:

– mit dem rauchen aufhören. je nach stärke des konsums könne man bis zu 200 euro im monat sparen. außerdem wäre ja jetzt sowieso überall rauchverbot, deshalb wäre die gelegenheit noch nie so günstig.

als ob die tatsache, das man es dicke hat und vor lauter geld nichts damit anzufangen weiß, der einzige grund wäre, warum leute nicht aufhören können zu rauchen..

– nicht immer unterwegs sandwiches kaufen oder essen gehen. lieber mal zuhause brote schmieren und mitnehmen. spart ungeheuer.

was haben die leute bloss früher gemacht, bevors an jeder ecke ein mcdonalds gab? und wieso teuer? ich denk da kostet der burger nur n euro…

von der art gabs noch mehr hinweise:

jeden morgen auf dem weg zur arbeit nen coffee to go („ich hätt gern nen coffee to go, aber zum mitnehmen bitte!“…) holen ist teuer. vorschlag von freundin: einen thermosbecher kaufen, und zu hause selbst gekochten kaffee darin mitnehmen.

hut ab freundin, darauf muss man erstmal kommen. es ist ja nicht so, dass coffee to go eine neue erfindung von vor ein paar jahren ist, und sich niemand mehr daran erinnern kann, dass es frühmorgens auch los ging, ohne dass bäcker und coffeeshop überteuerten milchschaum zum mitschleppen anboten. geschweige denn, dass es außerhalb der großstädte deutschlands noch jede menge klitschen gibt, wo man überhaupt keinen coffee togo kaufen kann.

und noch einer aus der reihe:

– wie praktisch, wenn man in mundgerechte stücken zerkleinerten salat im supermarkt kaufen kann. man spart sich das schnippeln zu hause. aber laut freundin sollte man lieber einen ganzen salatkopf kaufen. hat mehr, kostet aber weniger.

auch die anderen tipps, die nichts mit essen oder supermarkt zu tun hatten („im supermarkt stehen die teuren produkute auf augenhöhe, die billigen ganz unten oder ganz oben“) waren nicht besser. designerklamotten im factory outlet kaufen, statt neue stühle die alten mit neuem stoffen beziehen lassen.. mehr fällt mir grad nicht ein, aber ich habe eh nicht alle gelesen. das grundmuster war immer dasselbe, und die vorschläge so alt wie das haushaltsbuch meiner urgroßmutter.

aber eins weiß ich ganz genau: wenn so eine story als riesentitelgeschichte angekündigt wird, und damit zehn seiten gefüllt werden, wen wundert da noch das zeitungssterben? kleiner tipp für alle leserinnen: schon mal drüber nachgedacht, ob ihr euch vielleicht die freundin sparen könnt?

Der Vorleser

Ein Trend der letzten Jahre Hollywood-Kino lautet ja, sich dem alten Europa anzunähern. Nachdem es irgendwann auffiel, dass sich das Große Kino immer öfter und unverhohlener der europäischen Stoffe bediente (z.b. bei der hollywood-aufbereiteten Darstellung des Lebens der Gebrüder Grimm als „Jacob“ (Heath Ledger) und „Will“ (Matt Damon), sind die Produzenten jetzt dazu übergegangen, Gemeinschaftsproduktion mit Großbritannien, Frankreich, Spanien, Deutschland etc. einzugehen. Ob Franka Potente als Freundin von Jason in den Bourne-Filmen, Jessica Schwarz als Prostituierte in Das Parfüm oder Alexandra Maria Lara als Torte von Ian Curtis in Control (wir erwähnen gar nicht erst Valkyrie) wahrscheinlich will man nun auch die letzten Hollywood-Verächter ködern, indem man europäische Schauspieler gewinnt und auf europäischem Boden dreht. Außerdem sicherlich nicht unerheblich ist die Erwartung der Produzenten, dass die Filme dadurch realistischer wirken, frei  nach dem Motto: Wir lassen die Deutschen bei ihrem deutschen Kram ein bißchen mitwirken, damits so aussieht als wenn der Film von Leuten gemacht wurde, die Ahnung haben. Aus dem selben Grund dürfen die Deutschen wohl auch öfter die Nazis spielen?

Zum place to be oder eher zum place to shoot mausert sich in den letzten Jahren Görlitz, diese östlichste Stadt Deutschlands, die zwar ansonsten mit allen üblichen Vorurteilen behaftet ist wie jede andere sächsische (oder ostdeutsche?) Stadt auch (dumme Leute, Arbeitslosigkeit, Faschos in der Politik und auf den Straßen), die aber auch mit Internationalität und Grenznähe wirbt und, und das war bisher das für Filmemacher entscheidende, mit hervorragend erhaltener Altstadt und günstigen Preisen gesegnet ist.

Den Anfang der „wir-drehen-für-unseren-Film-mal-in-Görlitz“-Reihe machte Around The World in 80 Days von Frank Coraci (Amerikaner), der 2004 in die Kinos kam, in den Hauptrollen Jackie Chan (sehr amerikanisch) und Steve Coogan (ur-britisch). Die Story übrigens basierend auf dem Roman Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Verne (Franzose), veröffentlicht 1873. Damals wurde Görlitz als Drehort ausgewählt, weil es möglich war, Szenen von überall auf der Erde in dieser Stadt vor realistisch wirkender Kulisse zu drehen. So musste die Görlitzer Innenstadt als Paris herhalten während die alten Gemäuer der Landskron Brauerei den Hafen von New York geben sollten.

Der nächste Film aus Görlitz steht nun in den Startlöchern. Heute habe ich den Trailer zu Der Vorleser, englischer Titel The Reader gesehen, die Verfilmung des wohl international erfolgreichsten deutschen Romans überhaupt (bis „Feuchtgebiete“?) von Bernhard Schlink. Auch hier muss Görlitz wieder als Kulisse für irgendetwas anderes herhalten, wenigstens darf es diesmal aber immerhin schon eine andere deutsche Stadt sein. Ansonsten dominiert wieder die „Internationalität“: Regisseur Stephen Daldry ist Brite, Ralph Fiennes (Amerikaner) sicherte sich die Rolle des moralisch ambivalenten Deutschen (Hilfe, ich liebte eine Aufseherin) und Kate Winslet darf die weibliche Hauptrolle Hannah Schmitz geben. Schon diese Wahl zeigt die Verarbeitung des Produkts für den globalen Markt, denn wie „ein Pferd“, grob, leicht übergewichtig, süßlich nach schweiß duftend wirkt Kate Winslet im Trailer nicht, auch wenn ich sie in der Rolle viel lieber sehe als die zuerst verpflichtete Nicole Kidman, die dann die Dreharbeiten wegen Schwangerschaft absagen musste.

Deutsche Schauspieler sind auch dabei, zum Beispiel die obligatorischen Bruno Ganz als personifiziertes schlechtes Gewissen und Alexandra Maria Lara darf auch in diesem film ein Piepsmäußchen mit unveränderbarem Gesichtsausdruck spielen. Die eigentlich dritte Hauptrolle, sozusagen den Ralph Fiennes in jungen Jahren spielt David Kross, der in Detlev Bucks Knallhart mit damals 15 jahren schon ein fantastisch gespieltes Filmdebüt ablieferte. Ihm und Kate Winslet beim Spielen zuzusehen, darauf freue ich mich. ansonsten  verspricht der Trailer ziemlich viel Schleim und Kitsch für meinen Geschmack – eben „ganz großes Kino“. Hier ist er:

Görlitz ist übrigens zu sehen in den Szenen mit den Gründerzeithäusern und wann immer eine Straßenbahn im Bild ist.

Als nächster polterte dann übrigens Quentin Tarantino durch Görlitz, der da für seinen neuen Film Inglourious Basterds drehte. Darin steht Görlitz für Italien und die Nazis dürfen wieder von den Deutschen (Daniel Brühl) gespielt werden. Wir sind gespannt, was als nächstes kommt, bestimmt kein Film über Görlitz selbst, Regie von den Coen Brüdern, mit Angelina Jolie als Görlitzer Hartz-Vier-Nazi und Moritz Bleibtreu als ihr polnischer Geliebter.Oder doch?

wie das mit der finanzkrise ist und was sonst noch so schief läuft

…kann man bei adrian mole nachlesen – in drei (tage)büchern, die umfassend den harten kampf des helden mit und gegen den wahnsinn des alltags beschreiben. von den schwierigkeiten der pubertätsjahre (das tagebuch des adrian mole, 13 3/4 jahre) bis zu den irgendwie noch härteren zeiten des erwachsenen mannes, der seinen mann nicht stehen kann. voll mit phänomenen, die wir alle kennen und solche, von denen wir vor jahren noch nichts geahnt haben wollen, wie hier:

„ich rief bei meiner telefonbank an und nannte meine codenummer, 9999, und mein passwort, yarmouth. die sachbearbeiterin, eine dame mit angenehmer stimme, war entsetzt, weil ich ihr das volle passwort genannt hatte. sie hatte mich gerade fragen wollen, wie der zweite buchstabe des passworts laute. hätte ich darauf geantwortet „a“, hätte sie mir den aktuellen kontostand meines jederzeit zugänglichen hochzinskontos sagen können. „so wie die dinge stehen“, sagte sie, „müssen sie jetzt ein neues konto eröffnen, denn ab sofort sind alle ihre codes auf null und nichtig gestellt.“

ich bittete und bettelte, marylin möge mich in die geheimnisse meines eigenen kontos einblick nehmen lassen, aber sie sagte: „die schließung ihres kontos ist vom computer verfügt worden. ich lasse ihnen per post ein antragsformular für ein neues konto zugehen.“

ich stellte die frage: „marylin, wo genau liegt eigentlich mein geld? wird es irgendwo an einem konkreten ort aufbewahrt, in einem gewölbe vielleicht?“

„ihr geld als solches existiert eigentlich nicht“, erläuterte marylin und fuhr fort: „ihr geld, mr. mole, ist eine abstraktion, die irgendwo zwischen den institutionen der finanzwelt im ungewissen herumwabert und vollkommen der gnade von inflationsraten und zinssätzen und dem gedeihen der weltwirtschaft ausgeliefert ist.“ sie fasste sich wieder und entschuldigte sich, die menschlichkeit sei mit ihr durchgegangen. ihre antwort war von selbstmörderischer offenheit gewesen.“

marylin hatte mich bereits darauf hingewiesen, dass unser gespräch auf band aufgenommen werde. ich versuchte, es noch etwas länger hinzuziehen, aber marylin, die mir verraten hatte, sie sei vierundvierzig, dunkelhaarig, mutter dreier kinder und verheiratet, sagte: „mr. mole, andere kunden warten bereits in der leitung.“

aus: sue townsend: adrian mole – die cappuccino jahre, wilhelm heyne verlag münchen, 2002 (hervorhebung von mir)

was man mit einer milliarde euro tun kann

eine straße bauen! von mageburg nach schwerin. 154 km! die kostet 8 mio euro pro kilometer. sagt gisela kallenbach. und will vorschläge was man stattdessen mit dem geld machen kann.

eine milliarde, das ist eine 1 mit neun nullen. ich finde diesen ansatz zum umgang mit der staatlichen geldverschwendung toll und möchte für den autobahnfall das gleiche vorschlagen: alles geld zurück an uns!

aber bitte, seit kreativer und reicht eure ideen ein. ich finde obstlernpfade ganz reizvoll, aber was solls, wenns kinder gibt in deutschland die sich obst nicht leisten können. wie wärs stattdessen mit kostenloser schulspeisung für alle kinder deutschlands, z.b. für ein ganzes jahr. das geht für das geld sicher auch von örtlichen versorgern, nachhaltig produziert, ohne künstliche zusatzstoffe etc. pp.

dürfte auch noch was übrig bleiben. für weitere vorschläge…

exzellent…

die uni an der ich studiere gehört seit etwa einem halben jahr zu einem gewissen „exzellenz-cluster“, als eine von zehn universitäten deutschlands, oder so?

diese woche startete ich in ein neues semester, und so exzellent war es bisher:

am dienstag: erster kurs total überfüllt. ich musste auf dem boden sitzen. die dozentin verteilt das arbeitsblatt mit den seminarinfos mit der bitte um fünf cent für die kopie. um das geld einzusammeln lässt sie eine kleine plastetüte rumgeben. ein student meldet sich: erhabe die fünf cent grad nicht dabei, ob er das beim nächsten mal bezahlen könne? ich habe keine kopie bekommen. man kann sich das auch im internet runterladen. so wichtig ist es mir auch nicht.

der kurs findet eh nur zur hälfte statt, denn die dozentin meint: da die kopien nicht reichen hat nicht jeder den text vor augen. es mache also gar keinen sinn, den jetzt zu lesen und dann drüber zu sprechen. die veranstaltung ist also nach etwa einer dreiviertelstunde, der hälfte der zur verfügung stehenden zeit, zu ende.

für den zweiten kurs musste ich gleich mal ein bißchen vorarbeit leisten. im vorlesungsverzeichnis stehen zwei romane, die bis zur ersten sitzung gelesen werden sollen. weil ich den prof sehr mag und das thema auch, hatte ich mir extra am donnerstag davor die beiden bücher besorgt und das wochenende über durchgelesen. als ich am seminarraum ankomme muss ich allerdings erfahren, dass der kurs in der ersten woche ausfällt, es geht erst nächsten dienstag los. naja, gelesen ist gelesen.  wieder zurück zum kaffeestand.

eine viertelstunde laufen zum anderen institut. auch der dritte kurs ist nach der hälfte der zeit vorbei. keine besonderen vorkommnisse.

den ganzen tag regnet es. wieder zurück laufen zum ersten institut, ab zur vierten veranstaltung. der raum wird gefunden, allein es sind andere leute drin, die meinen, den ganzen tag da seminar zu haben. die veranstaltung steht im plan an der tür, aber am einem anderen wochentag. ich laufe zur sekretärin des instituts. die findet raus, dass die räume und wochentage wohl mehrfach mißverstanden wurden. es sind ja auch mehrere institute im gebäudekomplex zusammengefasst, da gab es bei der raumvergabe wohl abstimmungsprobleme. das seminar fällt für den tag erstmal aus. ob es nun ab nächste woche dienstags (da könnte ich teilnehmen) oder mittwoch (da könnte ich nicht) stattfinden wird, kann nur der dozent selber sagen. der ist natürlich nicht am institut. ein kommilitone verspricht, es rauszufinden und mir bescheid zu geben.

dienstag wird ein langer tag, der erste kurse um zehn, und der letze von sechs bis acht. eine kommilitonin fragt, ob wir nicht eventuell eine viertelstunden später anfangen können, weil der weg von einer anderen uni, wo sie vorher ist, so weit ist. ich hääte leiber eine veirtelstunde früher angefangen, damit wir nicht bis dreiviertel acht an der uni rumhängen müssen. die halbe stunde zwischen zwei seminaren kann ganz schön lang werden, wenn man im selben gebäude bleibt. im endeffekt einigen wir uns darauf, den zeitlan zu lassen wie er ist.

am mittwoch erfahre ich, warum für die kopien geld eingesammelt werden muss. der dozent erklärt, wieder mal in einem total überfüllten raum, das er freiberuflicher lehrer ist und mit der uni selbst gar nichts zu tun hat. für das ganze semester bekommt er pro seminar, das er hält, 150 euro für kopien zur verfügung gestellt. den rest muss er selbst aufbringen. allein für den seminarplan und die literaturliste, die in der ersten von vierzehn wochen verteilt werden, sind schon 80 euro weg. und reichen tun die auch mal wieder nicht. das wird wohl ein teurer spass werden. ich überlege inzwischen ernsthaft, mir wieder eine drucker anzuschaffen. den alten habe ich entsorgt, weil ich wegen zu weniger benutzung nur probleme mit den tintenpatronen hatte. wenn ich in all meinen kursen weiterhin so viel ausdrucken muss, kann von zu weniger benutzung wohl nicht mehr die rede sein.

der rest des tages verläuft relativ geregelt, die kurse finden statt, sind interessant und die dozenten ganz gut auf die erste, immer etwa außergewöhnliche sitzung, gut vorbereitet.

reichlich baff bin ich, und viele andere studenten, am donnerstag in einem seminar wo der dozent meint, jeder müsse ein referat halten, um am kurs teilzunehmen. dabei ist ihm völlig egal, ob man da eine hausarbeit schreiben will, oder nur aus interesse da ist und keine leistung erbringen muss/möchte. es ist ja nicht so, das man nicht für andere kurse auch was zu tun hätte. ich überlege mir, dass er mich ja nicht dazu zwingen kann. aber das seminar brauche ich trotzdem, damit ich alles belegt habe, um mal meinen abschluss zu machen. ob er mich einfach übersehen wird?

mit den zu lesenden texten wird es hier und in anderen kursen etwas anders gehandhabt: es wird einen reader geben, dem man im copyshop käuflich erwerben kann. als ich zwischen zwei seminaren zum copyshop laufe (es regnet wieder), werde ich wieder weggeschickt. die reader sind erst ab nächste woche montag da. für einen kurs habe ich dann nur bis mittwoch zeit, die texte vorzubereiten. es sei denn, ich lade sie mir aus dem internet runter und drucke sie aus..

nach dieser ersten woche bin ich reichlich frustriert von nicht vorhandener lektüre, zuviel verlangter arbeit, unendlicher langer wartezeit und damit verbundenem kaffeekonsum. hoffentlich wirds nächste woche besser!

die banane – mein persönlicher bigmac-index

heute morgen auf facebook:

facebook banane

eine banane zum verschenken, für einen us dollar. das sind 65 eurocent, 49 pence, 6,08 schwedische kronen, 102,38 yen und was weiß ich was für währungen ihr noch kennt. jetzt würde ich gerne mal wissen: was kostet die supermarkt-banane in deinem land?

zahl für deinen spam!

habe einen ganz netten ansatz zum umgang mit spam mail gelesen. der wirtschaftprofessor Eli M. Noam schlägt vor, man solle für e-mails ein gebührensystem einführen. jetzt denkt man natürlich gleich, das senden einer email soll bezahlt werden, ähnlich wie bei einer sms. noam geht aber in seiner idee noch einen schritt weiter: die „gebühr“ soll vom empfänger individuell festgelegt werden, und dieser kann dann entscheiden, ob er eine werbe-email lesen will oder nicht.

ich stelle mir das ganze so vor. wenn ich ein email-konto eröffne, lege ich einen bestimmten preis fest, den jeder bezahlen muss, wenn er will dass ich seine emails lese – sagen wir mal 1 euro. das geld wird beim versenden auf einem zwischenkonto gespeichert und abgebucht wenn ich die mail lese (oder zurückgeschickt wenn ich ablehne). ist es eine mail von einem freund ist die wahrscheinlichkeit groß, dass ich sowieso antworte und dann meinerseits wieder an ihn zurückzahlen muss. und schickt mir eine firma spam, „verdiene“ ich also daran, wenn ich die mail zulasse. hier könnte man dann als nächsten schritt relativ schnell credits einführen, anstelle von geld, welche ich dann benutze, um meinen freunden e-mails zu schicken

Es ist offensichtlich dass das ganze mehrere haken hat. wenn mein freund als e-mail-gebühr einen anderen betrag festgelegt hat als ich, kommt mein konto leicht in ein ungleichgewicht. außerdem soll noams vorschlag vor allem dazu dienen, durch spam-mail verlorengegangener zeit wieder mehr wert zu geben, aber verbraucht es sicher mehr zeit, auszuwählen, welche spam-mails ich lesen möchte, als sie einfach alle aus dem spam-ordner zu löschen.

viel besser gefällt mir die idee, dass jeder absender einen betrag vorschlägt, den er dem empfänger zahlen möchte. schick ich ne mail an einen bekannten wähle ich null euro aus, weil ich davon ausgehe, das meine freunde meine nachrichten auf jeden fall lesen wollen. eine firma aber kann die wichtigkeit ihrer werbemail gleich über das mitgeschickte preisangebot kommunizieren. nach preis geordnet stehen die mails dann in meinem postfach (kostenlose natürlich extra) und ich suche mir aus, ob ich die teure mail vielleicht lesen will.

für die firma bleibt das risiko, dass ich die mail anklicke und mir trotzdem nicht durchlese. Jedoch, schlimmer als es ist kanns kaum werden, denn was anderes als wegsehen macht man doch bei herkömmlicher werbung auch kaum.