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noch’n loft

erst wenn der letzte eckladen zur sushi-bar wurde, wenn die letzte bauruine mit exklusiven lofts bebaut wurde, wenn der letzte Tankstellenwart aus dem Prenzlauer Berg vertrieben wurde, werdet ihr merken, dass man nur mit Menschen, die alle sind wie ihr selbst, nicht leben kann.

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vokabular schwach

Schriftsteller Ze Do Rock, Foto auf welthungerhilfe.de

der schriftsteller Ze Do Rock, foto auf welthungerhilfe.de

ein kleiner hinweis an politiker, journalisten und konsorten:

menschen, die laut who unter der armutsgrenze leben, z.b. hartz-v-empfänger, beschreibt man nicht mit dem begriff „sozial schwach„. denn das würde unterstellen, dass alle armen menschen unsozial, faul und gesellschaftlich nicht engagiert sind. auch wenn das in der politik und in den medien oft der fall ist, es ist einfach falsch!warum kann man nicht einfach das kind beim namen nennen und „finanziell schwach“ benutzen?

kleiner hinweis für heut abend

ein beispiel für eine kultur, die alkohol eine enthemmende wirkung zuspricht. bild von wikipedia.org

ein beispiel für eine kultur, die alkohol eine enthemmende wirkung zuspricht. bild von wikipedia.org

„the effects of alcohol on behaviour are determined by social and cultural norms, not by the chemical actions of ethanol. There is enormous cross-cultural variation in the way people behave when they drink alcohol. In some societies (such as the UK, US, Australia and some parts of Scandinavia) drinking is associated with aggression, violence and anti-social behaviour, while in others (such as Latin/Mediterranean cultures) drinking behaviour is largely peaceful and harmonious.“

die auswirkungen von alkohol auf das verhalten werden von gesellschaftlichen und kulturellen werten beeinflusst, nicht von einer chemischen reaktion des ethanols. es gibt enorme kulturelle unterschiede im verhalten betrunkener menschen. in manchen gesellschaften (wie großbritannien, den usa, australien und teilen skandinaviens) wird trinken mit aggression, gewalt und asozialität verbunden, während es in anderen (wie in südländischen und mediterranen kulturen) friedlich und harmonisch abläuft.

um es noch etwas deutlicher auszudrücken:

„This basic fact has been proved time and again, not just in qualitative cross-cultural research but in carefully controlled proper scientific experiments – double-blind, placebos and all. To put it simply, the experiments show that when people think they are drinking alcohol, they behave according to their cultural beliefs about the behavioral effects of alcohol. The English believe that alcohol is a disinhibitor, and specifically that it makes people amorous or aggressive, so when they are given what they think are alcoholic drinks – but are in fact non-alcoholic ‚placebos‘ – they shed their inhibitions: they become more flirtatious and males (young males in particular) often become aggressive. „

diese grundlegende tatsache wurde wieder und wieder bestätigt, nicht nur in qualitativen kulturübergreifenden untersuchungen sondern auch in sorgfältig überwachten echten wissenschaftlichen experimenten – doppelblindversuchen, plazebos und so weiter. um es einfach auszudrücken: die experimente zeigen das menschen, die alkohol trinken, sich entsprechend ihrer kulturellen vorstellungen über die wirkung von alkohol verhalten. die engländer glauben, das alkohol enthemmend wirkt, und speziell, dass es leute amourös oder aggressiv macht. wenn man ihnen also etwas gibt, von dem sie annehmen, dass es alkoholische getränke sind –  in wirklichkeit handelt es sich um alkoholfreihe plazebos – verlieren sie ihre hemmungen: sie flirten mehr und die männer (besonders junge männer) werden oft aggressiv.

vielleicht denkst du heute abend oder generell mal dran, wenn du grad besoffen dabei bist, laut grölend durch die straßen zu laufen, ein auto zu demolieren oder irgendjemandem eins auf die nase zu geben. es ist nicht so, dass du damit den erwartungen unserer gesellschaft für eine nacht entkommen kannst. ganz im gegenteil, du erfüllst sie gerade. statt auf die anderen zu scheißen, scheißen sie auf dich.

die zitate stammen aus dem buch watching the english – the hidden rules of english behaviour von kate fox.