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Verlinken und Andere schreiben lassen V: Wenn, dann diesen einen NSA-Beitrag

Der Bruder vom Mitbewohner vom besten Kumpel - und schon kennst du ganz Berlin

Der Bruder von der Mitbewohnerin vom besten Kumpel – und schon kennst du ganz Berlin

Für alle, die heute abend keinen Tatort gucken und sich lieber bilden wollen; für alle, die das Gefühl haben, man könne eigentlich gar nicht wirklich verstehen, worum es beim NSA-Skandal alles geht; für alle, die sich mal beeindrucken lassen wollen, wie politisch brisante Inhalte richtig geil journalistisch aufbereitet werden können – wenn man The Guardian ist und nicht, ach, mir fällt überhaupt kein gutes deutsches Pendant zum Guardian ein; für alle, die nach dem Tatort noch ne halbe Stunde Zeit für die Realität haben; für alle, für die dieser mein Text zu konfus ist und die lieber was Ordentliches lesen wollen:

Der Guardian hat ein Dossier über die Thematik der globalen Internetüberwachung ins Netz gestellt: NSA Files decoded: What the revelations mean for you

Freilich besteht die Interaktivität letztendlich „nur“ darin, dass Texte von kurzen Videosequenzen und hübschen Grafiken mit Anklick-Feldern abgelöst werden, aber sagt das mal deutschen Nachrichtenportalen, denen nur einfällt, mit Foto-Strecken Klicks generieren zu wollen… aber andererseits ist es natürlich auch was für alle, die mal wissen möchten, mit wievielen Leuten sie eigentlich über Facebook mit nur zwei Klicks in Kontakt kommen können.

Unbedingte Leseempfehlung!

(via)

vokabular schwach

Schriftsteller Ze Do Rock, Foto auf welthungerhilfe.de

der schriftsteller Ze Do Rock, foto auf welthungerhilfe.de

ein kleiner hinweis an politiker, journalisten und konsorten:

menschen, die laut who unter der armutsgrenze leben, z.b. hartz-v-empfänger, beschreibt man nicht mit dem begriff „sozial schwach„. denn das würde unterstellen, dass alle armen menschen unsozial, faul und gesellschaftlich nicht engagiert sind. auch wenn das in der politik und in den medien oft der fall ist, es ist einfach falsch!warum kann man nicht einfach das kind beim namen nennen und „finanziell schwach“ benutzen?

leistungsschutzrecht- wozu eigentlich? zusammenfassung der debatte vom 16.11.2009

gestern abend fand die diskussion zum geplanten leistungsschutzrecht für verlage im ifm statt, zu der axel springer konzerngeschäftsführer christoph keese, irights.info gründer matthias spielkamp und netzpolitik.org betreiber markus beckedahl zum diskutieren eingeladen waren.

da ich mich in den letzten monaten ausführlich mit dem urheberrecht beschäftigt habe, weil ich heute in meiner abschlussprüfung im fach publizistik darüber reden werde, dachte ich mir, was kann es inspirierenderes geben als zu hören, wie die experten über das thema sprechen.

die diskussionsrunde, so mein eindruck, spiegelte dann auch schön die generelle debatte zum thema urheberrechtsnovellierungen wieder, so wie ich sie in der literatur wahrgenommen habe. alle drei interessenvertreter waren im raum: ein paar frei journalisten (unter anderem eben herr spielkamp), vertreter vom axel-springer-verlag und der rest, der im urheberrecht als „nutzer“ zusammengefasst und wohl von herrn beckedahl vertreten werden sollte, wie er selbst vermutete. diese drei interessengruppen nehmen in der aktuellen urheberrechtsdebatte aber unterschiedliche machtpositionen ein, was sowohl in der sitzverteilung im saal als auch in den redebeiträgen sichtbar wurde. der gemeine blogger saß in der zweiten reihe, wahrscheinlich ging es den anderen so wie mir – wir fühlten uns dort einfach wohler, auch wenn es saft, cola, wasser und kekse nur für die herren und damen in der ersten reihe am tisch gab. der nachteil dieser sitzverteilung war nur, dass wortmeldungen teilweise übersehen wurden oder es gefühlte 15 minuten dauerte, bis jemand aus der hinteren reihe seine gedanken äußern durfte, unter anderem auch weil ein tischsitzer in der ersten reihe mit einer aussage das wort an sich riss, die in etwa dieser entprach: „ich geb das mikrofon jetzt mal nicht weiter sondern rede selber, weil ich es grad in der hand habe“. ein schwerer fall von mikrofon-gatekeeperitis und eine darstellung der aktuellen urheberrechtsdebatte: der nutzer hat es schwer gehört zu werden, während die verwerter über vergütungsmöglichkeiten debattieren. diese konstellation war wohl auch der grund, warum gegen die forderung, dass urheberrecht müsse ja noch viel mehr ausgeweitet werden, erfasse also noch vielzuwenig nutzungsarten, kaum protestiert werden konnte – außer von herrn spielkamp, der meiner meinung nach sehr souverän denkanstöße geben konnte.

und nun zum inhalt, was habe ich also gelernt aus der gestrigen diskussion?

erst mal fand ich es – entgegen meiner ausführungen oben – gut, dass herr keese als vertreter der verlage ordentlich zeit hatte, zu wort zu kommen. das leistungsschutzrecht befindet sich noch in einem extremen frühstadium der entwicklung – so früh, das eben, wie er selbst auch gesagt hat, noch nicht mal ein konkreter entwurf vorliegt. in diesem stadium macht es sinn, denjenigen, der für ein solches gesetz plädiert, ausführen zu lassen, was genau er sich davon erwartet und was er erreichen möchte. leider ist das wie zu erwarten nicht ganz klar geworden. herr keese sprach davon, dass die gewerbliche nutzung von inhalten unter das leistungsschutzrecht fallen solle, und nannte das beispiel eines zahnarztes, der mit einem artikel, z.b. von welt.de, kunden informieren wolle. mal ganz davon abgesehen, dass das urheberrecht in einem solchen fall genügend möglichkeiten bietet, eine solche handlung zu untersagen, bei genauem nachfragen wurde herr keese unsicher. es stellte sich nämlich die frage, wie genau er gewerbliche nutzung definieren wolle: muss sie einem kommerziellen zweck dienen oder geht es darum, ob sie in einem gewerblichen rahmen stattfindet, also zum beispiel auf einem dienstcomputer. wenn ich mich recht erinnere lautete die nachfrage konkret: wenn ich privat meinem kollegen von meinem arbeitsrechner aus einen link zu einem artikel der welt schicke, und fünf minuten später schickt ein anderer angestellter, dessen aufgabe es ist, arbeitsrelevante links zusammen zu stellen und zu verschicken, den selben link an die kollegen, wie will herr keese dann nachweisen, welche dieser beiden nutzungen gewerblich ist und welche nicht. und ist in diesem fall auch das versenden eines links eine urheberrechtlich relevante handlung?

am anfang der diskussion plädierte nämlich auch herr keese dafür, dass der link frei bleibenmüsse, nach diesr frage war er sich da gar nicht mehr so sicher.

und daran sehen wir den interessenunterschied zwischen verwertern und urhebern und nutzern: der verwerter allgemein, ich möchte hier auf keinen fall herrn keese direkt meinen, hat erstmal ein augenscheinlich begründetes interesse daran, beteiligt zu werden, wenn andere mit seinen inhalten geld verdienen, wie zum beispiel google, das texte (oder textteile) des verlages anzeigt und daneben werbung plaziert. das ärgert den verwerter und er fängt an darüber nachzudenken, wie er von diesen einnahmen etwas abbekommen kann. und da liegt der knackpunkt, denn wenn einmal eine handlung juristisch griffig formuliert ist („gewerbliche nutzung von texten“), dann ergeben sich auf einmal noch eine menge andere nutzungsmöglichkeiten, die auch darunter fallen könnten. und überall sieht der verwerter geld, geld das ihm in seinen bilanzen fehlt und das er gern verdienen möchte.

und dann geschieht genau das, was auch in einer wortmeldung zur sprache kam: der verwerter – in diesem fall wurde direkt herr keese angesprochen – macht sich unbeliebt, weil er anscheinend nicht selbst an einem bezahlmodell arbeitet sondern scheinbar passiv bleibt und ein neues gesetz fordert, dessen nutzen für die anderen interessengruppen nicht ersichtlich wird. und so kam dann auch mehrfach der vorschlag, springer solle doch seinen content im internet verkaufen anstatt verlorene einnahmen zu beklagen.

der unterschied zwischen leistungsschutzrecht und paid content liegt nämlich in der wahrnehmung dieser beiden systeme. beide machen nichts anderes, als für den zugang zu werken eine vergütung zu verlangen. bei paid content modellen muss jeder zahlen, der den text lesen will. zusätzlich kann man noch drm mit reinpacken und in den agbs nutzungsbedingungen festlegen wie „darf nur dreimal gelesen werden“, „darf nicht ausgedruckt oder verschickt werden“. beim leistungsschutzrecht soll der zugang vordergründig erstmal erhalten bleiben – die vergütung machen dann die firmen unter sich aus – der axel-springer-verlag und der oben genannte zahnarzt beispielsweise. paradox scheint, dass das erste modell die nutzungsmöglichkeiten für den privaten nutzer scheinbar viel stärker einschränkt, jedoch allgemein zustimmung findet. während der private nutzer von zweiten erstmal nicht betroffen zu sein scheint, stößt das modell leistungsschutzrecht dennoch auf (berechtigte) kritik, die von beckedahl und spielkamp auch geäußert wurde: die frage ist, was hat der nutzer davon, und was der journalist? eine frage, die ganz und gar nicht beantwortet wurde. was vorher nur ein diffuser eindruck war, der zu erster kritik am leistungsschutzrecht führte, nämlich dass es keinem anderen zweck diene, als das verlage damit geld verdienen, wurde in der diskussion mehr oder weniger bestätigt oder zugegeben: ja, wir brauchen das leistungsschutzrecht, weil wir gerade verluste einfahren und unsere geschäftsmodelle versagen.

und wo bleibt bei diesem gesetz der nutzer? urheberrechtsnovellierungen, die die position der industrie gegenüber den anderen interessenvertretern stärken, gab es in den letzten jahren schon einige. wer will kann ja die zusammenfassungen auf irights.info nachlesen. ein konsens der novellierungen ist: die rechte der nutzer sind bei der nutzung digitaler werke strengeren regelungen unterworfen als das bei analogen werken der fall ist. das leistungsschutzrecht zielt in die selbe kerbe. und auch bei der diskussion gestern abend war das so: die interessen der nutzer, die symbolisch in der zweiten reihe saßen, konnten einfach nicht genug geäußert werden. die konkrete kritik, die angebracht wurde, wird den verlagsvertretern im endeffekt nur nutzen. herr keese wird sich jetzt gut überlegen, wie er die gegen das leistungsschutzrecht vorgebrachten argumente demnächst entkräften kann. aber ansonsten habe ich nicht das gefühl, dass die debatte uns irgendwie weiter gebracht hat.

noch mehr qualitätsjournalismus

nachdem ich vor einer weile dargestellt habe, wie die freundin altbekannte inhalte aufwertet, kommt hier ein weiteres beispiel für „originellen“ journalismus: bei stefan niggemeier lernen wir am beispiel kompentenzteam, warum alle zeitungen dasselbe schreiben.

ein einmal formulierter sachverhalt lässt sich wohl nur schwer mit anderen worten umschreiben. anscheinend besteht journalistische arbeit nur darin, agenturmeldungen abzuschreiben. das ist nicht gerade kreativ, demokratisch, das wird nicht sehr der vierten gewalt gerecht. es sei denn, man ist der macker, der bei der agentur arbeitet!

sparst du schon?

neulich beim irgendwo rumsitzen habe ich die aktuelle ausgabe der freundin in die finger bekommen und mal durchgeblättert. ehrlich gesagt sprach mich das groß auf dem cover angekündigte „special“ an:

besser leben – weniger ausgeben!

mode, kultur, auto, wohnen … 66 überraschende tipps, um jetzt clever zu sparen

was dann an tipps kam, hat mich allerdings nur zum kopfschütteln gebracht. ein paar highlights, an die ich mich noch erinnern kann:

– mit dem rauchen aufhören. je nach stärke des konsums könne man bis zu 200 euro im monat sparen. außerdem wäre ja jetzt sowieso überall rauchverbot, deshalb wäre die gelegenheit noch nie so günstig.

als ob die tatsache, das man es dicke hat und vor lauter geld nichts damit anzufangen weiß, der einzige grund wäre, warum leute nicht aufhören können zu rauchen..

– nicht immer unterwegs sandwiches kaufen oder essen gehen. lieber mal zuhause brote schmieren und mitnehmen. spart ungeheuer.

was haben die leute bloss früher gemacht, bevors an jeder ecke ein mcdonalds gab? und wieso teuer? ich denk da kostet der burger nur n euro…

von der art gabs noch mehr hinweise:

jeden morgen auf dem weg zur arbeit nen coffee to go („ich hätt gern nen coffee to go, aber zum mitnehmen bitte!“…) holen ist teuer. vorschlag von freundin: einen thermosbecher kaufen, und zu hause selbst gekochten kaffee darin mitnehmen.

hut ab freundin, darauf muss man erstmal kommen. es ist ja nicht so, dass coffee to go eine neue erfindung von vor ein paar jahren ist, und sich niemand mehr daran erinnern kann, dass es frühmorgens auch los ging, ohne dass bäcker und coffeeshop überteuerten milchschaum zum mitschleppen anboten. geschweige denn, dass es außerhalb der großstädte deutschlands noch jede menge klitschen gibt, wo man überhaupt keinen coffee togo kaufen kann.

und noch einer aus der reihe:

– wie praktisch, wenn man in mundgerechte stücken zerkleinerten salat im supermarkt kaufen kann. man spart sich das schnippeln zu hause. aber laut freundin sollte man lieber einen ganzen salatkopf kaufen. hat mehr, kostet aber weniger.

auch die anderen tipps, die nichts mit essen oder supermarkt zu tun hatten („im supermarkt stehen die teuren produkute auf augenhöhe, die billigen ganz unten oder ganz oben“) waren nicht besser. designerklamotten im factory outlet kaufen, statt neue stühle die alten mit neuem stoffen beziehen lassen.. mehr fällt mir grad nicht ein, aber ich habe eh nicht alle gelesen. das grundmuster war immer dasselbe, und die vorschläge so alt wie das haushaltsbuch meiner urgroßmutter.

aber eins weiß ich ganz genau: wenn so eine story als riesentitelgeschichte angekündigt wird, und damit zehn seiten gefüllt werden, wen wundert da noch das zeitungssterben? kleiner tipp für alle leserinnen: schon mal drüber nachgedacht, ob ihr euch vielleicht die freundin sparen könnt?

ick mit dem obama in unser wohnküche am elsensee im ewigen eis

update: die ganze sendung gibts hier, die zeiten, wann welche episode auftaucht, sind im text hinzugefügt!

heute habe ich mal mit voller aufmerksamkeit 45 minuten nachrichtensendungen geguckt, erst die abendschau auf rbb – nachrichten aus berlin und brandenburg – und gleich nach den darauf folgenden „programmhinweisen“ die tagesschau. normalerweise vermeide ich nachrichtenmedien mit der vogel-strauß-taktik: nix hingucken, hinterher ist man nur deprimiert. doch heute war ich dabei. folgende auffälligkeiten von lustig-schräg bist tot-ernst präsentierten sich mir:

1. ein teil der uferfläche des elsensees (irgendwo in region berlin-brandenburg) wurde von anwohnern gekauft. ziel: das vorhandene biotop schützen und den bau eines strandbads und einer wasserskianlage zu verhindern. unterstützt werden die anwohner von cdu und fdp, die auch biotop erhalten wollen(!), und nicht so toll finden das die spd und die linke, die lieber 20 arbeitsplätze schaffen wollen. verkehrte welt? über die meinung der grünen ist mir nichts bekannt.

2. (ab 2:30) mit erstaunen stelle ich fest, das barack obama heute zum präsidentschaftskandidaten der linken demokraten gewählt wurde. wohlgemerkt erst zum kandidaten, und das nach gefühlten fünf monaten wahlkampf, heckmeck und dauer-berichterstattung. es wird zeit dass diese us-präsidentschaftwahlen man einen gang runtergeschraubt werden. sonst bleibt bald gar keine zeit mehr zum regieren zwischendurch.

3. (ab 5:44!) bei der bundeswehr arbeiten nur zombies. oder pressesprecher und andere konsorten, die gucken, als wenn sie zum ersten mal ne kamera sehen und reden, als wenns ihnen am arsch vorbeigeht. kein wunder, dass die zahl der leute, die dem verein beitreten wollen, sinkt, wie der tagesschau-beitrag verrät.

4. (9:30)schuld am flugunglück in ramstein vor zwanzig jahren war einer der drei unglückspiloten, sein timing stimmte nicht so recht. die tagesschau benutzt dafür im bericht heute das wort pilotenfehler. klingt das nun netter oder gemeiner als menschliches versagen?

5. (12:09) der schneidige jungunternehmer, der von der tagesschau auf der ifa interviewt wird, behauptet: die leute trennen nicht mehr zwischen wohn- und küchenbereich. – stimmt, aber meint er damit die yuppies mit amerikanischer küche, oder die hartz-iv-empfänger, denen von amts wegen ein zimmer gestrichen wird weil die wohnung sonst zu teuer ist?

6. (ab 15:10) eigentlich der hammer des tages: der nordpol taut immer mehr, diverse wasserstraßen sind auf einmal eisfrei, die ard überschreibt das mit der headline klimawandel, und der typ von einer reederei die da oben unterwegs ist, sagt dazu mit leicht arrogantem unterton: wir haben vor, im nordpolgebiet nach gas zu bohren. wir erwarten dort eines der größten gasvorkommen der erde. – hierzu gibt es ein paar schöne metaphern aus dem täglichen leben: salz in die wunde streuen, in der offenen wunde bohren, den schorf abkratzen…kurzum, er weiß wie mans noch schlimmer macht. er ist die böse krankenschwester, die nachts dem patienten erde heimlich die wunde wieder aufreißt, damit mehr krankenhausgebühren fällig werden.

ich wünsche von herzen gute besserung!

blau und blau in karlsruhe

zu einem guten bier (macht blau) gehört eine schöne zigarette (blauer dunst), dachte sich vielleicht das bundesverfassungsgericht? wohl eher nicht, sollen doch sechs der acht richter nichtraucher sein. dennoch wurde heute „blau“ gewählt.

eine wirklich gute zusammenfassung zum thema rauchverbot im gaststättengewerbe bietet dieser artikel der berliner morgenpost. neben der darstellung der fakten finde ich hier besonders gut, wie die emotionen des streits erfasst wurden:

„Meine Gäste wollen keine Cocktails oder linksdrehenden, aufgeschäumten Yogi-Tees. Die wollen Bier, Wodka oder Whisky – und dazu eine Zigarette“ wird die Klägerin Sylvia Thimm zitiert – und bietet damit eine herrliche einschätzung der auseinandergehenden interessen der berliner.

auch schön auf den punkt gebracht ist dies:

Längst sind sämtliche Argumente ausgetauscht, es geht nicht mehr um die Überzeugung der anderen Seite. Es geht um eine Glaubensfrage. […]„Beide Lager wollen im Grunde dasselbe, nämlich das schöne, sinnvolle, lustvolle Leben. Nur interpretieren die einen das im Sinne ihrer körperlichen Unversehrtheit, die anderen im Sinne des Auslebens ihrer Lüste und Bedürfnisse.“ „

und dann kann man in den raucherstreit auch noch so sachen wie „Moralisierung des Alltagslebens“ oder rede- und denkverbote hineininterpretieren:

“ „Die Diskurskultur“, sagt Soziologe Schulze, „ist geprägt von Rede- und Denkverboten, unter dem Signum der Meinungsfreiheit wird Meinungszwang ausgeübt.“ Auf der anderen Seite gerieren sich auf die Straße oder zugige Balkone verbannte Raucher als letzte Vertreter des freien Denkens.“ „

und damit hat der herr soziologe ganz recht, finde ich. und gehe nachher in die kneipe – aber achtung frau thimm, ein rauchender cocktailtrinker wird wohl auch dabei sein…