Blog-Archive

Republika Round Up Tag 2

Nein, ich schreibe weiterhin das „republica“ ohne Doppelpunkt! Meinen Beitrag über den zweiten Tag kann man trotzdem lesen.

Der Tag war relativ durchwachsen. Ich habe unerwartet gute Vorträge gehört, unerwartet schlechte und vorrausgesagt tolle. Erst zu spät bin ich leider in Peter Kirns Beitrag über digitale Musikerzeugung reingekommen, den einzigen Termin den heutigen Tages, zu dem ich schon einen youtube-lembed anbieten kann.

Das war ein Technik-Vortrag, wie ich ihn mir als Laie vorstelle. Vom Klassiker, dem Theremin, zu absoluten Musik- und Technikfreaks, die schon in den siebziger Jahren Musikinstrumente gedacht habe, deren Design im Prinzip Tablets voraus gesagt haben. Schön mit musikalischen Beispielen unterlegt. Am coolsten fand ich dieses Teil von Max Mathews, mit dem mit zwei Klöppeln Rhythmus und Melodie eines Instruments auf einer glatten Fläche erzeugt werden, während seine Handbewegung im Raum, also in 3D, die Intensität und Stärke des Tons beeinflussen.

Auch toll fand ich den Vortrag von Matthias Spielkamp über moralische Aspekte des bedingungslosen Grundeinkommens (leider noch nicht online). So muss ein Vortrag gemacht sein, tolle Bilder, schlaue Referenzen, freie lockere Rede. Ich wusste, dass das gut wird, und das war es auch.

Über die enttäuschenden Sachen lass ich mich lieber nicht aus. Wer will, kann meinen Beitrag von gestern lesen und selber Schlüsse ziehen.

Aber nix gegen die digitalen Bananen. Das hat sich angefühlt wie Boulevard, aber nur, weil es so viele Themebereiche berührt hat. Die Sprecher hatten aber zu jedem Punkt das nötige Hintergrundwissen, Respekt. Außerdem haben sich da noch andere Leute als mir als Maschinenstürmer geoutet. Wer hätte gedacht, das von etwa 70 Leute rund 5 noch kein Smartphone haben. Das Credo des Beitrags: In fünf Jahren reden wir nicht mehr davon, dass digital das gute alte Analog verdrängt hat, sondern das ein Hybrid aus beidem unser schönes reines Digital verändert.

Ich muss auch sagen, Respekt an Jan Krancke, der sich als Repräsentant der Telekom in die Diskussion über Netzneutralität begeben hat. Obwohl ich seine Argumentation über die Drosselpläne äußerst dünn fand, war es gut, dass er da war und überhaupt geredet hat – und ja durchaus mit einem Quäntchen Selbstironie. Au die Forderung nach Transparenz bemerkte ja, dass das ja wohl sehr transparent war, was die Telekom zu ihren neuen Tarifen in den letzen Tagen bekannt gegeben hat. (link, anyone?)

Mal schauen, was der morgige Tag noch so bringt. Auf jeden Fall ist Vorträge hören anstrengender als die Akkreditierungsarbeit gestern.

 

Advertisements