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verlinken und andere schreiben lassen I

guter artikel auf spreeblick: der berliner szenemensch. deckt sich ganz gut mit einigen beschreibungen, die ich hier veröffentlicht habe.

über 100 kommentare zeigen: man hat das gefühl, sich erklären zu müssen..

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jimmy choo fashion wahnsinn

ja herr choo,

jetzt weiß ich auch warum sie ein so berühmter designer sind (von dem ich echt vorher noch nie was gehört hatte): high fashion designer entwerfen ja hauptsächlich untragbare sachen die kein mensch braucht. untragbar bedeutet in ihrem fall aber nicht nur, dass vorne ne brustwarze rauslugt und es in der mitte zwickt und zwackt bei menschen, wo sich die haut nicht eng an die beckenknochen schmiegt. untragbar bedeutet auch, dass sie schuhe für 129 € verkaufen, was für designerschuhe natürlich wahnsinnig billig ist, aber dennoch etwa dem entspricht, was manche menschen meinen, wieviel arbeitslose im monat zum leben brauchen. schuhe also, die man nichts desto trotz im wahrsten sinne des wortes nicht tragen kann – wenigstens nicht ohne vorher den in limitierter auflage hergestellten schuh mit sammlerwert kaputt zu machen indem man ihn seiner sohle entreißt, um ihn dann mit einer billigen plastesohle zu entwürdigen. das macht natürlich keiner, der weiß das solche stücke gekauft werden, um sie zu erhalten, und so wird wohl kaum einer dieser schuhe jemals das pflaster küssen. und schuhe, die man nicht tragen kann, dass sind dinge, die die welt nicht braucht.

choo wahnsinn

dinge die die welt nicht braucht I: choo schuhe

 

fäschn wiek

am freitag habe ich folgendes mitanhören und -sehen müssen: ein junges mädchen, etwa 14-15 jahre alt, neben ihr eine freundin, telefoniert mit dem handy:

ach ja, mutti, es ist fashion week. ich sagte faaaashion week!

also, wir haben toootaaal viele topmodels gesehen. und wir haben gaaanz viele fotos gemacht. also, da waren zwei von den topmodels, mit denen haben wir fotos gemacht, und dann diese regina, also regina hall…hall…hallmich, mit der haben wir fotos gemacht, und dann noch diese jenny …äh..jenny äh elbers oder so, die haben wir auch gesehen, die hat zu uns gesagt beim fotografieren, ihr schwitzt aber ganz schön, und ich hab zu der gesagt, du aber auch…

schon klar, mädels. wozu fotos von c-promis machen, wenn ihr noch nichtmal deren namen wisst. und danach denen gleich noch dumm kommt, und der eigenen mutter auch. eure mutter weiß nicht, was die fashion week ist? ihr wisst nicht, wer jenny elvers-elbertzhagen ist. ihr macht euch eigentlich unbekannte promis dumm an, und dann träumt ihr davon, selber berühmt zu werden. wenn es euch gelingt, habt ihr dann auch mit solchen dummen mädels zu tun? was besseres habt ihr wohl nicht verdient?

sale

ran an den speck!

ran an den speck!

für alle, die am heutigen samstag mal ein bißchen shoppen gehen wollen, hier ein kleiner spruch als gedankenanregung für einen ruhigen moment im gewühl:

der schlußverkauf ist gottes strafe dafür, dass der mensch den kapitalismus erfunden hat.

doofe modeblogs

mode ist die überwindung der eigenen schamgrenzen für eine saison.

und  dann gibt es danach die breittretung dessen in zweierlei art von blogs:

einmal gibt es da die leute, die klamotten, die sie sich neu gekauft haben, fotografieren und im blog veröffentlichen. das können nur menschen sein, die nicht im modebusiness arbeiten, aber gerne etwas damit zu tun haben würden. im wahren leben bleibt ihnen die anerkennung der kollegen und freunde versagt, die nicht jedes mal angerannt kommen und jubeln „was fürn süßes top“ oder „boah sind das geile schuhe“. also kleistern sie das web mit bildern zu, in der hoffnung  das sich irgendwann eine dahergelaufene aus nem dorf in buxtehude findet, wo es sowas nicht gibt, und die der blogschreiberin dann einen „tollen stil“ attestiert.

noch schlimmer aber sind die modeblogs die sich der „straße“ verschrien haben, ein genre, das inzwischen so populär ist, dass es schon in jeder kaufhauszeitschrift erwähnt wird. hier spielen sich gelangweilte menschen mit tagesfreizeit (nix für leute, die 8-10 stunden in büro/laden/werkstatt sind) als trendscouts auf und fotografieren aufgetakelte leute auf der straße. unter dem deckmantel der kunst („ich fotografiere mit der und der kamera“) versucht auf diese weise eine gruppe von menschen, die ihren modegeschmack als elitär empfinden, anderen zu zeigen wie man sich zu kleiden hat. schlimm ist daran, dass sich diese blogger nicht selbst präsentieren, sondern auch noch als richter über die kleidung anderer firmieren. wer einen anderen stil trägt, oder wem klamotten schlicht egal sind, ist unwürdig. die abfotografierten posen gern, man fühlt sich ja geschmeichelt, bekommt man doch den „tollen stil“ attestiert, auf den die blogger der ersten kategorie so scharf sind.