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Republica 2013 – Me In/Side/Out

Seit heute findet in Berlin die Republica statt, die Konferenz für Internet und digitale Angelegenheiten. Weil mein schmaler Geldbeutel mir wie schon in den letzten Jahren keinen Besuch erlaubt, habe ich mich dieses Mal als freiwilliger Helfer angemeldet, um neben der Arbeit auf der Konferenz in den kostenlosen Genuss der Vorträge zu kommen.

Heute morgen um elf haben ich mir einen Beitrag zur Internet-Wählermobilisierung im letzten Wahlkampf von Barack Obama angehört. Obwohl ich die ganzen Erfahrungen zum Online Campaigning recht aufschlussreich fand, hat mich der Vortrag doch teilweise an eine Werbeveranstaltung für den amerikanischen Präsidenten erinnert. Da wurde ein Video gezeigt, dass vom Campaigning-Team gedreht wurde, um die „Fangemeinde“ am Laufen zu halten. Eigentlich ging es in dem Video durchaus auch um politische Inhalte, trotzdem war es meiner Meinung nach viel zu sehr auf Emotionen aus. Die Frage stellt sich natürlich: Wie sehr darf und sollte man politischen Wahlkampf an Gefühle binden?

Danach ging es für mich an die Arbeit. Am Akkreditierungscounter habe ich Besucher begrüßt, Tickets gescannt und Bändchen verteilt. Die Arbeit hat mir sehr viel Spass gemacht, da die verantwortlichen Mitarbeiter und meine Helferkollegen ausnahmslos sehr nette und offene Menschen waren. Es ergab sich das ein oder andere aufschlussreiche Gespräch darüber, was die Besucher der Republica interessiert. Ich hoffe, dies geht in den nächsten zwei Tagen so schön weiter, wenn ich nicht mehr arbeiten muss, sondern mich voll und ganz den Vorträge widmen kann. Unter anderem auf dem Programm stehen für mich Internetaktivismus, Verschwörungstheorien, digitale Bananen, Cory Doctorow und natürlich die Beiträge zum Urheberrecht, die alle Mittwoch Vormittag stattfinden.

Übrigens habe ich alter Maschinenstürmer mir extra für die Republica ein ipad geliehen, um mich dem digitalen Rhythmus anzupassen. Mit dem Teil blogge ich auch gerade. Ich hoffe es passt!

Urheberrecht und Kulturflatrate für Alle!

Ja, für alle! Die Heinrich-Böll-Stiftung hat ein 5-Minuten-Video veröffentlicht, in dem die Grundgedanken und aktuellen Baustellen des Urheberrechts (Digitalisierung, Filesharing, Kultuflatrate, Crowdfunding) erklärt werden. Und zwar für Laien, Gehörlose, Botaniker, Spitzweg-Fans, Lottospieler sowie Fetischisten geiler Optik. Und wenigstens eines davon sind war ja wohl fast alle, oder?

(via).

Und wer dann das Thema für sich entdeckt hat, kann gerne noch in die Tiefe gehen. Denn wie irights.info schreibt, wurde ebenfalls heute ein von den Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten (pdf) veröffentlicht, dass klären soll, unter welchen (vor allem rechtlichen) Bedingungen eine Kulturflatrate in Deutschland funktionieren kann.

Es scheint ein guter Tag für kreative Ideen zu sein!

Übrigens: Crowdfunding ist Anglizismus des Jahres 2012. Für den interessanterweise auch ein deutsches Synomyn existiert, das aber anscheinend ausschließlich von Anglizismus-Gegnern genutzt wird.

Wann kommt eigentlich das Leistungsschutzrecht für Wortneuschöpfungen? Gott bewahre…